Strand und Meer - Montañita

15Dez2013

Als wir in Montañita ankamen suchten wir ein Hostel. Wir wurden gleich von einigen Leuten angesprochen, die versuchten ein Zimmer in ihrem Hostel zu verkaufen und liefen an einigen Bars und Restaurants vorbei. Montañita war ein kleines Dorf mit vielen Lokalen und Bars und einigen Leuten, die Souvenirs und Schmuck verkauften. Hier wohnten einige Leute, die einfach ausgewandert waren und nun in dem kleinen Dorf am Meer lebten.

Bald fanden wir ein Hostel und machten uns, nachdem wir uns eingerichtet hatten, auf den Weg zum Strand. Der Strand war sehr schön lang und der Sand schön weiß. Wir tranken einen Cocktail und betrachteten den Sonennuntergang. Irgendwann warnen wir aber so sehr von den Mücken genervt, dass wir wieder gingen. Zurück im Dorf liefen wir durch alle Gassen und schauten uns ein wenig um. Zum Abendessen gab es Pizza und dann gingen wir auch schon ins Bett.

Am nächsten Tag beschlossen wir endlich mal ein wenig zu chillen. Zuerst frühstückten wir und gingen anschließend an den Strand. Dort mieteten wir uns zwei Strandliegen und einen Schirm. Wir genossen die Sonne und gingen immer wieder ins Meer, in dem es sehr hohe Wellen gab, über die wir sprangen und uns wegspülen ließen. Ein wenig genervt waren wir von den ganzen Verkäufern am Strand, die uns immer wieder Schmuck oder Souvenirs oder etwas zu Essen verkaufen wollten.

Gegen Mittag gingen wir ins Dorf und aßen ein Sandwich. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir noch am Strand. Später tranken wir wieder einen Cocktail während die Sonne unterging.

Nachdem wir uns geduscht und umgezogen hatten gingen wir am Abend wieder in die Stadt um Abend zu essen. Danach waren wir so satt und müde, dass wir zurück ins Hostel gingen und uns schlafen legten.

Heute morgen suchten wir uns zuerst ein neues Hostel, weil es in unserem immer sehr laut war, da sie gerade umbauten. Wir hatten ein gutes Hostel direkt am Strand gesehen und so gingen wir dorthin und fragten nach dem Preis. Anschließend frühstückten wir Crepes und einen Fruchtshake an einem Straßenstrand und checkten aus unserem Hostel aus.

Nachdem wir unsere Wäsche in die Wäscherei gebracht hatten, gingen wir wieder an den Strand und chillten uns in unsere Strandliegen. Wir gingen auch wieder ins Wasser, doch diesmal an einer anderen Stelle des Strandes. Heute waren die Wellen sehr stark und hoch und wir wurden sehr weit hinausgezogen. Die Wellen rissen uns immer wieder mit und ich hatte große Angst zu ertrinken. Irgendwann schafften wir es aber doch wieder ins seichtere Wasser zu kommen, wo man stehen konnte. Erleichtert und komplett außer Atem liefen wir aus dem Wasser. So weit hinaus würden wir sicher nicht noch einmal gehen!

Als Jojo die Surfer so beobachtete, bekam er auch Lust es einmal auszuprobieren. Deshalb gingen wir zu einem Team von Surflehrern und Jojo bekam Unterricht. Zuerst übte er draußen im Trockenen auf dem Board und dann ging es ins Wasser. Ich schaute ihm von draußen zu und machte einige Fotos. Schon sehr bald stand er auf dem Board und surfte. Bald war er aber erschöpft und genervt von dem Lehrer, der ihm kaum etwas erklärte und so beendete er den Unterricht für heute.

Zum Mittag aßen wir am Strand ein Pizzabrot, das ein junger Auswanderer verkaufte und tranken Kokosmilch. Dann warfen wir uns nochmal in die Wellen und als die Sonne hinter den Wolken verschwanden war, gingen wir in unser Hostel um zu duschen und uns ein wenig auszuruhen.

Nun holt Jojo die Wäsche ab und ich habe die Ereignisse der letzten paar Tage zusammengefasst. Morgen fahren wir weiter an einen anderen Ort an der Küste namens Canoa. Diese letzten paar Tage an der Küste sind sehr entspannend und so kommen wir zu Weihnachten hoffentlich gebräunt und nicht mehr mit Sonnenbrand ins kalte Österreich zurück ;)

Bis bald und sonnige Grüße an alle im kalten Österreich! 

Städtetrip: Baños - Riobamba - Cuenca - Guayaquil

15Dez2013

Am nächsten Tag skypte Jojo in der Früh und dann frühstückten wir. Später gesellten sich Alena und Angy zu uns. Jojo und ich beschlossen bald nach Baños weiterzufahren, damit wir am Nachmittag ankommen würden und diesen noch nützen könnten. Also verabschiedeten wir uns bald von Alena und Angy, die am selben Tag noch zurück nachhause fliegen würde und fuhren zum Busbahnhof nach Quitumbe.

Die Busfahrt nach Baños war ca. drei ein halb Stunden lang und wir mussten immer wieder stehen bleiben und Leute ein- oder aussteigen lassen. Immer wieder kamen auch Verkäufer in den Bus um etwas zu Essen oder zu Trinken zu verkaufen.

Als wir in Baños ankamen suchten wir zuerst ein Hotel und fanden eines, das uns ganz gut gefiel. Gleich ging es wieder hinaus um Action für den nächsten Tag zu buchen. Bei Geotours buchten wir Rafting für vormittags und überlegten noch ob wir nachmittags auch Canyoning machen wollten. Danach gingen wir etwas essen und suchten anschließend ein Taxi um noch zur Casa del Arbol zu fahren. Wir fuhren eine längere Zeit weit hinauf bis wir endlich stehen blieben und der Busfahrer auf die Wiese neben der  Fahrbahn zeigte und meinte wir müssten hier noch hinaufgehen. Also kletterten wir die Wiese hinauf bis wir an einem kleinen Tor ankamen. Dahinter war eine Wiese und ein kleines Baumhaus – Casa del Arbol – und daneben eine Schaukel mit der man über einen Abgrund schaukeln konnte. Wir schaukelten eine Runde über das Tal, in das sich gerade der Nebel legte und fühlten uns richtig frei. Unser Taxifahrer machte einige Fotos von uns. Auf das Baumhaus kletterten wir natürlich auch und dann verließen wir den Ort wieder, da die Inhaber auch schon zusammenpackten und gingen.

Mit dem Taxi fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man Baños nachts mit Beleuchtung bewundern konnte.

Unser nächstes Ziel war eine Therme. Baños ist ja für sein Thermalwasser bekannt und so wollten wir zur Entspannung unseren Abend in der Therme verbringen. Als wir die Therme aber betraten waren wir zuerst ziemlich geschockt – man musste Badehauben tragen, die Pools waren komplett überfüllt und Hygiene stand hier definitiv nicht an erster Stelle. Wir zogen uns aber doch um und kletterten in die Pools. Einer hatte ca 52 Grad und man konnte kaum länger als fünf Minuten drinnen bleiben. Ein anderer war eiskalt und der dritte war komplett überfüllt und die Leute saßen darin wie in einer Sardinendose. Irgendwann war es uns doch zu viel und wir gingen wieder und freuten uns schon auf eine warme reinigende Dusche.

Nachdem wir uns geduscht hatten, gingen wir noch einmal eine Runde durch die Stadt und aßen noch eine Kleinigkeit. Dann ging es auch schon ins Bett.

Am nächsten Tag regnete es leider leicht und wir frühstückten gemütlich in einer kleinen ecuadorianischen Bäckerei. Anschließend gingen wir zu Geotours um unsere Rafting Tour anzutreten. Wir beschlossen am Nachmittag auch noch Canyoning zu gehen und buchten dies auch noch. Wir wurden von einem Bus abgeholt mit dem wir zur Einstiegstelle an einem breiten Fluss gebracht wurden. Zuerst bekamen wir noch eine Einführung und Erklärung. Bald ging es schon los. Wir saßen zu fünft in einem Boot – Jojo und ich vorne, ein deutsches Paar hinter uns und ganz hinten unser Kommandos-schreiende Guide. Wir hatten richtig viel Spaß und es schleuderte uns durch die Wellen und Strudel in dem Fluß. Das andere Boot, das mit uns unterwegs war, geriet direkt in ein Loch und es fielen ein paar Leute aus dem Boot. Bei uns schafften es Gott sei Dank alle an Bord zu bleiben.

Nach der Tour gingen wir Mittagessen und fuhren dann zurück in die Stadt. Wir holten uns ein Eis und um zwei Uhr bekamen wir bei Geotours unser Equipment für das Canyoning. Leider regnete es nun ziemlich und es war richtig kalt, aber wir bekamen Wetsuits, damit uns nicht so kalt sein würde.

Wir kamen irgendwo bei zwei kleinen Hütten an und durften uns zuerst umziehen. Danach bekamen wir eine Erklärung wie wir unser Kletter-Equipment verwenden sollten. Nach einer kurzen Übung machten wir uns auch schon auf den Weg zu dem Bach. Wir mussten eine viertel Stunde bergauf gehen um zu dem ersten Wasserfall zu gelangen. Oben angekommen war ich schon richtig erschöpft und hatte ziemlichen Respekt vor den großen Wasserfällen und den rutschigen Steinen.

Am Anfang rutschten wir nur entlang des Wassers hinunter, da wir einen Plastikschutz an unserem Hintern hatten. Dann kamen wir aber zu dem ersten Wasserfall an dem wir uns abseilen mussten. Jojo kletterte ganz locker hinunter und rutschte nur einmal ab. Nun wartete er unten und ich stand zitterten oben. Unser Guide meinte er würde mir die ganze Zeit helfen und so schaffte auch ich es unten anzukommen.

Beim dritten Wasserfall wurde es noch einmal gruslig, da ich ausrutschte und mit dem Gesicht an der Felswand an dem Seil im Wasserfall hing. Der Guide erklärte mir dann ganz ruhig wie man aufsteht und so hing ich wieder etwas wackelig und zittrig im Seil. Die letzten Wasserfälle machten sogar noch ein wenig Spaß und ganz zum Schluss rutschten wir nur noch hinunter.

Völlig erschöpf, aber auch zufrieden über diesen actionreichen Tag kamen wir wieder in der Stadt an. Dort gingen wir in ein Cafe in dem wir ein Sandwich und einen Saft bekamen.

Anschließend gingen wir wieder ins Hotel und duschten. Dann wurde noch gepackt und gegen Abend gingen wir nochmal eine Runde durch die Stadt. Nach längerem Überlegen entschieden wir uns für ein Restaurant und aßen gemütlich zu Abend. Gleich darauf ging es wieder ins Hotel und ab ins Bett.

Am nächsten Tag gingen wir zum Busbahnhof um nach Riobamba zu fahren. Da der nächste Bus erst in vierzig Minuten fahren würden aßen wir schon unser Frühstück und tranken noch einen Saft in einem Kaffee.

Die Busfahrt nach Riobamba dauerte nicht allzu lange und bald kamen wir in Riobamba an. Dort mussten wir zuerst einen Ort finden, an dem wir unsere Rucksäcke lassen könnten. Nach einigem Nachfragen konnten wir unser Gepäck in einem Hostel lassen. Nun besichtigten wir kurz die Stadt und holten dann wieder unser Gepäck ab. Riobamba war nicht allzu schön und spannend. Unser nächster Bus brachte uns nach Cuenca. Diesmal hatten wir eine lange Fahrt vor uns und der Bus blieb sehr oft stehen um Leute ein- oder aussteigen zu lassen. Wir fuhren auch durch sehr dichten und starken Neble und fanden es nicht so witzig, als der Busfahrer im dichten Nebel versuchte zu überholen.

Am Abend kamen wir endlich in Cuenca an und fuhren gleich zu einem Hostel. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Bankomaten, den wir erst in der Nähe der Kathedrale fanden. Nachdem wir uns noch einmal kurz verlaufen hatten, fanden wir endlich das „Restaurant Wunderbar“. Dort aßen wir selbstgemachte Spätzel zu Abend und gingen dann bald ins Bett.

Am nächsten Tag frühstückten wir in unserem Hostel und gingen dann hinauf zur Kathedrale um die Stadt zu besichtigen.  Zuerst betraten wir die Kathedrale selbst und gingen auch hinauf auf den Aussichtsplatz. Danach fragten wir wann die nächste Bustour durch Cuenca starten würde, die ich bei meinem letzten Besuch schon unternommen habe. Wir schauten uns noch ein wenig um und stiegen bald in den Bus.

Der Bus fuhr aus Cuenca hinaus und ein Guide machte uns auf alles Sehenswerte aufmerksam. Bald kamen wir beim Aussichtspunkt Turi an, von dem aus man auf die ganze Stadt blicken konnte. Jojo ging es irgendwie nicht so gut und wir gingen nur ein wenig spazieren bevor wir uns wieder in den Bus setzten. Wir beschlossen beim Einkaufszentrum auszusteigen. Während wir durch das Zentrum schlenderten ging es Jojo immer schlechter, da er Magenbeschwerden hatte und ihm schwindlig war. Mir ging es auch nicht allzu gut und so beschlossen wir ins Hostel zu fahren.

Im Hostel legten wir uns hin und schliefen. Am späten Nachmittag wachten wir wieder auf und fühlten uns immer noch nicht viel besser. Trotzdem beschlossen wir eine Kleinigkeit essen zu gehen. Danach setzten wir uns in den Innenhof unseres Hostels und schrieben an dem Blog weiter.

Daraufhin waren wir wieder ziemlich müde und so packten wir nur noch und gingen dann schlafen.

Am nächsten Tag wachten wir ziemlich früh auf und überlegten ob wir in den Nationalpark gehen wollen oder nicht.  Wir beschlossen lieber gleich weiter nach Guayaquil und anschließend an die Küste zu fahren. Also gingen wir frühstücken und checkten aus dem Hostel aus.

Auf dem Busbahnhof fanden wir einen Bus, der uns nach Guayaquil bringen würde und durch Cajas fuhr. So konnte Jojo den Park wenigstens vom Bus aus sehen.

Im Bus wurde mir bald richtig schlecht, doch als wir endlich ankamen, wurde es langsam besser.

In Guayaquil brachten wir zuerst unser Gepäck in ein Schließfach und fuhren dann zum Malecon 2000. Dies ist eine Promenade in der Stadt, die etwas moderner ist und in meinem Reiseführer als sehenswert beschrieben wird. Die Promenade war ganz schön und ziemlich lang. Wir gingen an einer Art Christkindlmarkt vorbei mit einem riesigen Weihnachtsbaum und Weihnachtsmusik und einer Grippe. Das war ziemlich skuril – Weihnachtsstimmung bei 25 Grad. Wir waren froh als wir durch ein Einkaufszentrum laufen konnten, das klimatisiert war. Danach kamen wir noch zu einem winzigen Markt, der nicht sehr spannend war und danach war die Promenade zu Ende. Da wir sonst nichts Nettes mehr sahen, beschlossen wir wieder zum Busbahnhof zu fahren.

Im Taxi entschieden wir den früheren Bus zu nehmen. Am Bahnhof teilten wir uns dann auf – einer kaufte die Tickets und der andere holte noch etwas zu Essen. Wir trafen uns beim Gepäckfach und liefen zum Bus, den wir noch erreichten.

Die Fahrt nach Montañita war ganz schön, da man bald an der Küste entlangfuhr. 

Fotos hier

4 Tage Dschungel - Cuyabeno

13Dez2013

GALAPAGOS ANKUNFT UND EIN TAG IN QUITO

Am späten Nachmittag kamen wir in Quito an und beschlossen den Shuttlebus zum alten Flughafen nach Mariscal zu nehmen. Im Bus gab es Wifi und so waren wir die ganze Fahrt über beschäftigt. Am alten Flughafen wurde unser Gepäck auf die Förderbänder gelegt und wir konnten es von dort runternehmen. So fand der alte Flughafen doch noch ein wenig Verwendung. Mit dem Taxi fuhren wir dann zu einem Reisebüro, das uns empfohlen wurde, da wir den Dschungel buchen wollten, aber leider hatte dieses schon geschlossen.

Nachdem wir kurz im Hotel unsere Sachen abgelegt hatten, brachten wir noch unsere Wäsche in die Wäscherei. Anschließend gingen wir gemütlich in einer Pizzeria essen. Danach ging es in die WG um noch einen Rucksack abzuholen und ein bisschen von unserer  Reise zu berichten. Es waren wieder neue Mädchen angekommen und Sofie war schon abgereist. Gemeinsam mit Alena, die in einem Hostel gegenüber von unserem wohnte, gingen wir ins Hostel.

Am nächsten Tag gingen wir zu verschiedenen Reisebüros und buchten schlussendlich die gleiche Lodge, in die die anderen auch schon gefahren waren. Wir gingen frühstücken und holten unsere Wäsche ab. Dann packten wir die Rucksäcke und stellten sie im Hostel unter.

Um noch ein wenig für den Dschungel zu besorgen, gingen wir ins Quicentro einkaufen. Wir aßen dort auch zu Mittag und gingen danach noch in den Park Carolina. Jojo gefiel der Park sehr gut, da es unendlich viele Sportplätze für verschiedenste Sportarten gab und der Park sehr riesig war. Wir gingen durch den gesamten Park und entdeckten am Ende einen kleinen Weihnachtsmarkt an dem nur Lichterketten, Christbaumkugeln, Plastikchristbäume und Lametta verkauft wurden. Alles sehr kitschig! Wir fanden einen Bus und fuhren zurück zum Hostel. Dort tranken wir was und saßen in der Lodge, da wir ja kein Zimmer mehr hatten.

Am frühen Abend gingen wir wieder in die WG um einen Rucksack dort zu lassen und mit den Mädels zu Abend zu essen. Wir gingen zu KFC und aßen zuhause. Leider mussten Jojo und ich noch einige Zeit warten, bis unser Bus in den Dschungel fahren würde.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, fuhren wir mit dem Taxi zum Busbahnhof. Am Bahnhof lernten wir ein deutsches Paar kennen, die in die gleiche Lodge fahren würden und mit dem Wohnmobil durch Südamerika fuhren. Wir stiegen in unseren Nachtbus, der ziemlich leer war, und fuhren Richtung Lago Agrio.

DSCHUNGEL - WELCOME TO CUYABENO

Um sechs Uhr in der Früh kamen wir in Lago Agrio an und fuhren mit einem Taxi zu dem Hotel, von dem uns der Guide der Lodge abholen sollte. Wir frühstückten gemeinsam mit einigen Straßenarbeitern und Frühaufstehern und warteten drei Stunden lang auf unsere Weiterfahrt. Bald kam unser Guide Jairo und meinte wir müssten noch ein wenig auf den Bus warten.

Mit dem klapprigen Bus ging es noch zwei Stunden Richtung Cuyabeno. An einer Brücke mussten wir unsere Namen eintragen und gingen nochmal aufs Klo. Nun fuhren wir mit einer Motorzille weiter. Wir blieben immer wieder stehen, da unser Guide Tiere entdeckte. Wir sahen eine Echse, verschiedene Vögel und Affen. Der Regenwald sah atemberaubend aus und wir fuhren durch unberührte Natur.

Gegen Ende fing es an zu regnen und wir zogen uns die Regenponchos über. Wir waren schon ziemlich müde und erschöpft und wollen endlich in der Lodge ankommen. Nach einer zweieinhalb stündigen Bootsfahrt erreichten wir endlich die Lodge.

Die Stege und die Häuser waren auf Stelzen gebaut, da das Wasser in der Regenzeit sehr hoch hinauf kam. Alle Behausungen waren offen und es war ziemlich spärlich eingerichtet.

Zuerst bekamen wir unser Mittagessen, das sehr lecker war. Danach hatten wir Freizeit. Wir kletterten in unser Bett unter das Moskitonetz und machten einen Mittagsschlaf.

Um fünf Uhr ging es weiter und wir fuhren mit der Zille zur Laguna Grande. Leider konnten wir den Sonnenuntergang nicht bewundern, da es sehr bewölkt war, aber wir entdeckten einige Süßwasserdelfine und Affen. Um uns abzukühlen hüpften wir ins Wasser und warteten bis es dunkel wurde.

Als es dunkel war, fuhren wir mit dem Boot ganz nah ans Ufer und leuchteten unter die Büsche, da wir auf der Suche nach Kaimanen waren. Immer wieder sahen wir Augen aufblitzen, doch nie kamen wir richtig nah an einen Kaimanen heran. Darüber waren wir eigentlich auch ganz froh. Einmal entdeckte unser Guide einen etwas jüngeren Kaiman und fragte, ob es jemanden stören würde, wenn er ihn herholen würde. Er kletterte also aus dem Boot und watete in dem Wasser dem Kaiman entgegen. Dieser war dann aber wieder weg und so kletterte unser Guide unverletzt wieder ins Boot.

Im Baum über uns sahen wir noch eine Schlange und dann ging es wieder zurück Richtung Lodge. Der Bootsfahrer fuhr so schnell wie tagsüber ohne irgendein Licht. Wir waren ziemlich beeindruckt wie gut er die Strecke kannte.

Kurz bevor wir in der Lodge ankamen, entdeckte Jairo noch einen Baby-Kaiman, den er herausholte und uns zeigte.

Zurück in der Lodge gab es Abendessen und schon bald gingen wir ins Bett.

Am nächsten Tag gab es um acht Uhr Frühstück und um neun Uhr fuhren wir los. Wir suchten wieder Tiere entlang des Flusses und schon bald zeigte uns Jairo eine besondere Wespenart. Wir standen neben dem Nest der Wespen und Jairo bat uns alle so laut wie möglich zu schreien. Danach hörten wir ein Geräusch, das sich anhörte, wie wenn ein Trupp marschieren würde. Am Ufer sahen wir später auch einen Kaiman. Diesmal hatten wir sehr schönes und heißes Wetter und waren froh, dass wir Fahrtwind hatten.

Bald erreichten wir unser erstes Ziel – ein indigenes Dorf. In diesem Dorf lebten rund 150 Leuten in Häusern, die denen unserer Lodge ähnlich waren. Wir wurden von einigen Hunden begrüßt und Jairo erklärte uns ein wenig über das Dorf und brachte uns eine Frucht zum Kosten. Wir durften das Blasrohr der Jäger ausprobieren und schossen auf ein Ziel.

Als eine Bewohnerin der Gemeinschaft kam, begannen wir damit Yucca Brot herzustellen. Zuerst mussten wir die Pflanze ausreißen um an die Wurzeln zu gelangen. Die Wurzeln wurden geschält und danach gerieben. Nun wurde noch der Saft auf spezielle Weise hinausgepresst und ein Pulver blieb übrig. Mit diesem machte die Frau große Fladenbrote aus Yucca. Sie verwendete dazu nur das Pulver aus den Wurzeln und keine anderen Zutaten. Das Brot schmeckte echt gut und wir aßen es zusammen mit Thunfisch oder Marmelade.

Unser Fahrt ging weiter, doch bald hielten wir wieder unter einem Baum um Mittag zu Essen. Unser nächster Stopp war wieder ein kleines Dorf, in dem wir einen Schamanen besuchen würden. Zuerst machten wir uns aber auf die Suche nach der Anakonda, die wir bald darauf im Dschungel auf einer Lichtung fanden. Sie war sieben Meter lang und sehr dick. Sie häutete sich gerade und wir konnten sehr nahe heran gehen. Irgendwann war es uns aber doch zu gruslig und die Anakonda hatte sich auch schon ein wenig bewegt.

Anschließend trafen wir einen Schamanen, der uns ein wenig über sich erzählte und dann einen unserer Gruppe behandelte. Zuerst sang er ein Lied und wedelte mit einer Pflanze. Als nächstes schlug er dem Mann mit einer Art Brennnessel auf den Rücken. Der Mann hatte kurz darauf einen Ausschlag und Bläschen am Rücken, aber er spürte kaum etwas.

Jetzt ging es endlich wieder zurück zur Lodge und wir hatten wieder eine Mittagspause.

Gegen Abend fuhren wir wieder zur Laguna Grande und einer anderen Lagune und betrachteten den Sonnenuntergang.

Nun machten wir uns auf zur Nachtwanderung. Mit Gummistiefeln und langem Gewand marschierten wir im Dschungel herum. Wir sahen die verschiedensten Insekten wie Spinnen, Kakerlaken, Gottesanbeter, Skorpione und Ameisen. Es war doch ziemlich gruslig und die Riesentarantel erfreute uns nicht sonderlich.

Zurück in der Lodge gab es Abendessen und danach ging es ab ins Bett.

Am nächsten Tag machten wir uns nach dem Frühstück auf zu unserer Wanderung im Dschungel. Wir sahen wieder einige Insekten und Kröten und Jairo erzählte uns etwas über medizinische Pflanzen. Am Anfang war es echt interessant, doch als wir eine halbe Stunde lang in der Hitze nach einem roten kleinen Frosch suchen mussten, hatten wir es langsam satt und hofften, dass die Wanderung bald zu Ende sei.

Als wir aus dem Regenwald herauskamen, fanden wir unser Kanu vor, mit dem wir nun zurück paddeln sollten. Zuerst wurden wir noch mit einer Motorzille über den See gezogen und gingen noch schwimmen. Dann mussten wir bis zur Lodge in der Hitze paddeln. Das erfreute uns nicht allzu sehr und wir waren froh als wir endlich in der Lodge ankamen.

Nach dem Mittagessen legten wir uns nochmal kurz hin und dann fuhren wir wieder mit der Motorzille zur Laguna Grande. Wir sahen einen Papagei im Baum und wieder einige Delfina. Danach gingen wir schwimmen und genossen den letzten Sonnenuntergang.

Am Abend bekamen wir nach dem Essen noch einen Cocktail und ein junger Bootsjunge spielte einige Lieder auf der Gitarre im Kerzenschein.

Am nächsten Tag packten wir alles ein und frühstückten ein letztes Mal. Uns hatte der Aufenthalt im Dschungel ganz gut gefallen, doch wir waren froh wieder in eine Stadt zu fahren. Der Dschungel wird hier sehr geachtet und die Lodges unterstützen die Erhaltung des Regenwaldes, indem sie keine eigenen Boote haben, sondern Einheimische einstellen, die somit Geld verdienen und ihren Grund nicht verkaufen müssen. Außerdem war es verboten zu jagen oder zu fischen.

Wir mussten noch eine Stunde warten bevor wir losfahren konnten, da es sehr stark regnete. Dann fuhren wir endlich mit der Zille zurück zu der Brücke, wo wir von unserem Bus abgeholt wurden.

Die Fahrt nach Lago Agrio war ziemlich anstrengen und spektakulär aufgrund der Straßenverhältnisse.

In Lago Agrio nahmen wir den Bus zurück nach Quito und somit war unser Dschungelerlebnis beendet.

In Quito angekommen bezogen wir unser Hostel und aßen noch etwas zu Abend. Dann ging es schon wieder ins Bett, da die Busfahrt sehr anstrengend war.   

Fotos hier

Galapagos

08Dez2013

Am Dienstagabend gingen wir noch mit einem weiteren Rucksack, den wir nicht auf Galapagos brauchten in die WG. Die Mädels gammelten am Sofa und hatten es gemütlich. Wir plauderten ein wenig mit ihnen und dann verabschiedete ich mich von Sophie, die ich leider nicht mehr sehen werde, da sie einen Tag bevor wir von Galapagos zurückkommen, abreist.

Zum Abendessen gingen wir zu KFC, wo diesmal nicht so viele Leute anstanden, da es abends war. Wir machten noch ein paar Fotos von Quito bei Nacht und tranken noch etwas in einem Restaurant am Plaza Foch. Bald ging es ins Bett, um am nächsten Tag früh aufstehen zu können.

Am Mittwoch packten wir unser Handgepäck fertig und gingen hinaus. Das Taxi wartete schon auf uns. Die Voucher würden wir am Flughafen bekommen, meinte unser Fahrer. Es war ein ziemlich schöner Tag und wir entdeckten während unserer Fahrt Cotopaxi in der Ferne.

Am Flughafen angekommen wurden wir von einem Herren begrüßt, der uns unsere Unterlagen gab und unser Gepäck sofort eincheckte. Schon konnten wir zu den Gates gehen. Wir gingen noch etwas frühstückten und warteten danach auf unseren Flug. Leider begann das Boarding erst zwanzig Minuten später. Nach einer halben Stunde landeten wir wieder in Guayaquil, wo einige Leute ausstiegen und andere einstiegen. Wir flogen wieder mit einiger Verspätung weiter und kamen zum Mittag in Baltra, einer der Galapagosinseln, an.

Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, und zu Fuß über das Flugfeld Richtung Terminal gingen, waren wir ziemlich beeindruckt von dem kleinen Flughafen.

Als wir unser Gepäck aus einem Haufen von Koffern herausgesucht hatten, gingen wir Richtung Ausgang, wo bereits die Guides unseres Schiffes auf uns warteten. Uns wurde das Gepäck abgenommen, und wir wurden zu einem Autobus begleitet, welcher uns zu einem Dock brachte. Rund um uns waren nur ältere Leute und kaum Jugendiche. Ein paar junge Paare konnten wir aber doch entdeckten und hofften, dass wir mit diesen in einer Gruppe sein würden.

Als wir ausstiegen konnten wir unseren Augen nicht trauen, da auf und rund um den Steg überall Seelöwen lagen und uns begrüßten. Neben der Anlegestelle am Meer entdeckten wir noch „Blue footed Boobies“, die rund um uns flogen. Am Straßenrand saßen Landechsen und auf den Steinen neben dem Meer wuselten einige Krebse herum. Wir waren begeistert und überrascht, wie nah Menschen zu den Tieren gehen können.

Wir bekamen Schwimmwesten und wurden mit Schlauchbooten zu unserem Expeditionsschiff Santa Cruz gebracht.

Auf dem Boot angekommen, wurden wir mit einem Welcomedrink und feuchten Handtüchern begrüßt. Ein Bootsjunge brachte uns auf unser Zimmer auf dem Bootsdeck. Wir hatten ein kleines Fenster, ein Doppelbett, einen Kasten und ein Bad mit Dusche und WC. Ich war vollkommen überwältigt von der Kabine und machte Luftsprünge. Über Lautsprecher wurde nun verkündigt, dass das Mittagessen bereit wäre und man sich in den Speisesaal begeben sollte.

Wir genossen unsere erste Mahlzeit an Board. Zu Mittag gab es jeden Tag ein hervorragendes Buffet, an welchem es nationale Köstlichkeiten gab.

Nach dem Mittagessen hatten wir kurz Zeit, uns in unserem Zimmer einzurichten und uns kurze Hosen anzuziehen, da es wirklich heiß war. Bald ertönte die Alarmglocke, die die Bootsübung einläutete. Wir nahmen unsere Schwimmwesten und begaben uns hinauf auf das Sonnendeck, wo wir eine Einführung in die Sicherheit an Bord bekamen. Es gab einen Jacuzzi und eine Bar auf dem Sonnendeck und man hatte eine tolle Aussicht aufs Meer.

Kurz darauf startete eine Information über die Regeln des Nationalparks. Wir begaben uns zu den englischsprechenden Gästen, da dort die meisten jungen Leute waren. Uns wurde erklärt, dass man die Tiere nicht angreifen oder füttern dürfte und dass man nur auf vorgegebenen Wegen gehen darf. Man würde in Gruppen geteilt werden und bekäme einen Guide, der einem immer erklären würde, wo man gehen soll. Ich war begeistert, wie streng die Regeln waren und dass man hier versucht die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Deshalb sind sie auch so zahm und haben keine Angst vor Menschen. Das gefährlichste Tier sei der Seelöwe, da dieser beißen könnte, wenn man ihn belästigt.

Nach dem Vortrag gingen wir nochmal in unsere Kabine und bereiteten uns für den ersten Ausflug vor. In der Lounge fanden wir dann die Listen mit den Gruppen. Unsere Gruppe hieß „Albatros“ und wir waren Gott sei Dank nur junge Leute, die alle englisch sprachen. Unsere Gruppe durfte zuerst starten und am Boot lernten wir unseren Führer Roberto kennen. Da er auch deutsch sprach, fragte er uns, ob wir nicht in eine deutsche Gruppe wechseln möchten, doch wir beschlossen in der Gruppe mit den jungen Paaren zu bleiben. In unserer Gruppe waren Türken, Chinesen und Japaner, die alle in den USA leben und ein australisches Paar.

Die erste Insel, die wir besuchten, hieß North Seymour und war nicht sehr groß und unbewohnt. Wir hatten eine trockene Landung, also stiegen wir direkt an der Küste auf Steinen aus. Die ersten Tiere, die wir sahen, waren Möwen, die nur in der Nacht fischten und eine schöne rote Umrandung um die Augen hatten. Danach entdeckten wir wieder Seelöwen, die neben uns herumwatschelten oder sich unter Sträuchern ausruhten. Wir sahen auch Babyseelöwen, die auf ihre Mütter warteten.

Neben dem Weg fanden wir bald eine Landechse, die gerade aß. Danach sprach unser Guide über Vögel, die „frigatebird“ hießen und gerade versuchten einen Partner zu finden. Von diesen betrachteten wir auch einige Babys oder Jugendliche. Eine weitere Vogelart namens Blue footed booby, die aufgrund ihrer blauen Füße so genannt wird, saß auch neben dem Weg mit ihrem Jungen und warteten auf ihren Partner, der das Essen bringen sollte. Leider konnten sie das Junge aber nicht gleich füttern, da die anderen Vögel Diebe sind und nur darauf warteten die blue footed boobies zu bestehlen.

Ein wenig später fanden wir leider auch einen toten Frigatebird neben dem Weg, dessen Eltern ihn wahrscheinlich im Stich gelassen hatten. Da nun schon langsam die Sonne unterging und man sich nur bis sechs Uhr auf den Inseln aufhalten dürfte, fuhren wir zurück auf unser Schiff.

Um uns ein wenig zu entspannen, nutzten wir den Jacuzzi, der sehr warm und erholsam war. Danach hatten wir ein Briefing mit unserem Guide über den nächsten Tag und eine Begrüßung des Kapitäns. Kurz darauf gingen wir Abendessen und setzten uns zu dem australischen Paar aus unserer Gruppe. Wir unterhielten uns sehr nett und genossen das tolle Abendmenü.

Sehr müde und erschöpft gingen wir bald ins Bett, da wir am nächsten Tag um sieben Uhr aufstehen mussten.

Am nächsten Tag wurden wir um sieben Uhr über die Lautsprecher geweckt und gingen frühstücken. Das Frühstücksbuffet war sehr gut und nach dem Essen hatten wir ein wenig Freizeit. Wir waren über Nacht ein Stück weiter gefahren und standen in der Nähe von einer Bucht bei Isabela Island.

Am Sonnendeck hatten wir eine Einführung übers Schnorcheln und bekamen unsere Brillen, Schnorcheln und Flossen. Dann warteten wir wieder ein wenig und bald fuhren wir mit dem Panga los um eine kleine Tour zu machen. An der Küste sahen wir ganz viele Meeresechsen, die die Sonne genossen und einige Seelöwen. Wir entdeckten auch eine Schildkröte, die gemütlich im Wasser schwamm. Wir suchten auch einen großen Fisch, der von der Ferne wie ein Hai aussah. Außerdem sahen wir noch einen einzelnen Pinguin, der so aussah als ob er ausgestopft sei und nur für uns hingestellt worden wäre und ein paar Seelöwen, die miteinander im Wasser spielten.

Bald kamen wir zu der Bucht, in der wir nun schnorcheln dürften. Das Wasser hatte nur 20 Grad, aber wenigstens war es draußen sehr warm. Im Wasser schwammen unendlich viele Schildkröten. Überall sah man welche, die manchmal aussahen wie Steine, doch sobald sie hinauf schwammen um Luft zu holen, erkannte man sie. Wir waren völlig überwältigt und bewunderten die Fische und Schildkröten.

Um ein wenig zu entspannend, gingen wir noch in den Jacuzzi und genossen das warme Wasser.

Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Fernandina Island an den Punta Espinoza. Wir hatten eine trockene Landung und es gab riesige Lavafelder. Wir entdeckten eine Schildkröte, einige Krabben, einige Meeresechsen und natürlich wieder Seelöwen. Wir machten noch eine Wanderung, auf der wir das Skelett eines Wales sahen. Die Lavafelder waren sehr faszinierend, da es einige tiefe Spalten gab und der Boden sich ziemlich wellte. An einem kleinen Zufluss des Meeres sahen wir noch weitere Schildkröten und einen Fischreiher.

An der Küste entdeckten wir einen Baby Seelöwen mit seiner Mutter und ein Baby, das alleine war und mit dem wir Fotos machten. Dann sahen wir irrsinnig viele männliche Echsen, die kuschelten und immer wieder spuckten, da sie so das Salz loswerden. Nahe am Wasser beobachteten wir die „flightless cormorants“, wie sie ihre Flügel trockneten.

Auf dem Weg zurück zum Boot sahen wir leider eine tote Echse, ein Skelett eines „flightless cormorants“ und zwei tote Baby Seelöwen. Der Sonnenuntergang war wunderschön und wir genossen die Fahrt zurück zum Schiff.

Wir verbrachten einen gemütlichen Abend und unterhielten uns wieder sehr nett mit den Australiern.

Am nächsten Tag wurden wir wieder um sieben Uhr geweckt und gingen frühstücken. Am Vormittag besuchten wir Tagus Cove auf Isabela Island. Wir kletterten einen Berg hinauf und hatten einen tollen Ausblick auf den Darwin Krater, der mit Salzwasser gefüllt war. Wir wanderten noch weiter hinauf und hatten einen guten Ausblick über die Landschaft und sahen das Meer von der anderen Seite. Unser Guide berichtete uns über das Problem mit den Ziegen auf der Insel, die Seeleute mitgebracht hatten und die die ganze Vegetation zerstört hatten und anderen Tieren die Nahrung klauten. Die Ziegen wurden größtenteils in einer verrückten Aktion mit Helikoptern und Piloten aus Neuseeland getötet.

Zurück an Bord holten wir unsere Schnorchelsachen und gingen von den Pangas aus schnorcheln. Kurz vorher hatte uns die Führerin gesagt, dass es Quallen geben könnte. Das machte mich ziemlich unsicher und ich hatte Angst wieder gestochen zu werden. Wir schnorchelten eine Zeit lang, aber leider sahen wir nicht spannendes und als eine Qualle direkt vor uns schwamm, beschlossen wir hinaus zu gehen, da uns auch schon sehr kalt war. An Bord bekamen wir unser Mittagessen und hatten kurz Freizeit.

Am Nachmittag fuhren wir zum Urbina Bay auf Isabela Island. Wir hatten eine nasse Landung und gingen nochmal kurz schnorcheln, sahen aber wieder nix besonderes. Nach dem Schwimmen machten wir einen Spaziergang. Direkt am Strand war ein Bereich abgesperrt, an dem die Meeresschildkröten ihre Eier legen. Eine Landschildkröte lag am Strand. Wir sahen immer wieder Löcher im Boden, in denen Landechsen wohnen, sahen aber zuerst nur einen in der Ferne. Etwas später sahen wir eine Landechse, die einen Schildkrötenpanzer als ihre Behausung eingenommen hatte. Die Schildkröte war anscheinend gestorben, weil sie Rattengift gegessen hatte, das für die Ratten ausgelegt worden war. Wir gingen wieder zurück zum Boot und fuhren wieder zum Schiff.

Am Abend gab es einen Sunset Cocktail, leider ohne Sonnenuntergang, doch wir genossen es trotzdem und gingen danach Abendessen.

Die Nacht war sehr wackelig und turbulent, da wir eine lange Fahrt vor uns hatten.

Am nächsten Tag waren wir in Santa Cruz. Wir hatten einen Tagesausflug vor uns und würden endlich mal wieder in eine zivilisierte Stadt kommen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Packen unseres Rucksackes fuhren wir an Land. Die Stadt war sehr schön und sauber und ganz anders als die Städte am Festland. Wir fuhren zuerst mit einem Bus zur Charles Darwin Research Station, wo Landschildkröten aufgezogen werden. Diese Schildkröten sind aufgrund von Tieren, die Seeleute mitbrachten, gefährdet und brauchen deshalb Unterstützung. Wir sahen einige kleine Schildkröten, aber auch sehr große alte, die als Haustiere gehalten worden waren und gerettet wurden.

Nach dem Besuch hatten wir Freizeit und sahen uns ein wenig in dem Ort um. Wir shoppten ein bisschen und gaben ein Lebenszeichen übers Internet ab.

Bald ging es wieder mit dem Bus weiter. Wir fuhren in das Landesinnere, das weiter oben lag. An einem Platz bekamen wir Fahrräder und Helme und fuhren auf einer asphaltierten Straße zu einer Farm, auf der Rohrzucker und Kaffee verarbeitet wurden. Uns wurde die Verarbeitung näher gebracht und wir durften einiges kosten. Wir waren ziemlich beeindruckt und der Zucker schmeckte sehr gut.

Unser nächster Stopp war eine Ranch, auf der wir zu Mittag aßen. Bei der Ankunft entdeckten wir sofort Labrador Welpen, die noch sehr klein waren und umherwackelten. Sehr gerne hätten wir einen mitgenommen.

Nach dem Essen gingen wir noch in den Garten, in dem einige riesige Schildkröten herumliefen.

Mit dem Bus fuhren wir weiter zu unserer nächsten Station – dem Tortuga Bay. Zuerst mussten wir eine Stunde auf einem asphaltierten Weg bis zum Strand gehen. Den Strand gingen wir noch entlang und bewunderten die tolle Aussicht. Am Ende des Strandes war eine kleine wunderschöne Bucht, die ringsum von Bäumen umgeben war. Wir hatten noch nie so einen schönen Strand gesehen. Wir fuhren mit einem Kajak herum und entdeckten einige Wasserschildkröten und sogar Haie, die am Boden schwammen. Wir kühlten uns noch kurz im Wasser ab und machten uns dann zurück auf den Weg zum Bus, der uns zu den Pangas brachte. Auf unserer Fahrt zurück zum Schiff bewunderten wir den tollen Sonnenuntergang.

Am Abend gingen wir wieder Abendessen und unterhielten uns mit zwei australischen Paaren. Wir saßen noch gemeinsam am Sonnendeck und plauderten gemütlich bevor wir ins Bett gingen.

Am letzten Tag fuhren wir nach dem Frühstück auf Floreana Island und besuchten das berühmte Post Office. Bei dieser Post hinterließen früher Seeleute ihre Botschaften um ihren Verwandten Grüße auszurichten und hofften, dass andere Seeleute die Botschaften mitnehmen würden, wenn sie an der Adresse vorbeikommen würden. Heutzutage wird das Post Office immer noch verwendet. Touristen hinterlassen ihre Karten an Bekannte ohne Briefmarken und hoffen, dass andere Touristen, die in der nähe der Adresse wohnen, die Postkarte persönlich überbringen. Zum Dank soll der Empfänger dem Überbringer etwas zu trinken anbieten. Wir fanden drei Karten, die nach Österreich adressiert waren und nahmen diese mit. Wir sind schon gespannt, wie die Leute reagieren werden. Auch ein Leser unseres Blogs wird eine Karte erhalten, den wir bitten den Brauch weiter zu führen.

Als nächstes besuchten wir eine Lavahöhle. Wir kletterten eine steile Leiter hinunter und mussten mit Taschenlampen leuchten, da es unten komplett dunkel war. Wir tasteten uns Schritt für Schritt nach vorne und waren ziemlich beeindruckt von der tiefen Höhle, die durch einen Lavafluss entstanden war.

Zurück an Bord hatten wir noch ein wenig Freizeit und legten uns in die Sonne. Danach packten wir unsere Sachen und dann gab es Mittagessen.

Am Nachmittag gingen wir nochmal schnorcheln. Wir sahen schon beim hinfahren einige Seelöwen und hofften sie auch im Wasser zu sehen. Es gab hohe Wellen und viel Wind und das Wasser war sehr  kalt. Trotzdem war dieser Schnorchel Gang der Beste von allein. Wir sahen irrsinnig viele Fische, Seesterne und immer wieder mal einen Seelöwen. Wir genossen diesen letzten Ausflug zum Schnorcheln und fuhren zufrieden zurück zum Schiff.

Unser letzter Ausflug ging zum Cormorant Point auf Floreana Island. Wir gingen zu einer Lagune mit Brackwasser, bei der manchmal Flamingos sind. Leider waren zu unserer Zeit keine Flamingos da, doch die Lagune war trotzdem sehr schön. Wir besichtigten sie noch von einem Aussichtspunkt aus und gingen dann zu einem Strand an dem auch Seeschildkröten ihre Eier legten. Der Strand war irrsinnig schön und wir sahen einige Schildkröten und Rochen im Wasser am Strand. Wir genossen den Sonnenuntergang und fuhren zurück zum Schiff.

Am letzten Abend gab es nach dem Essen die Möglichkeit Karaoke zu singen. Mir war ziemlich schlecht und ich musste mich leider hinlegen. Jojo ging aber noch hinunter und schaute den mutigen Sängern zu und amüsierte sich sehr. Bald kam er aber auch ins Bett.

Am nächsten Tag packten wir fertig und bekamen unser letztes Frühstück. Nach dem Frühstück schauten wir uns noch eine Diaschau von unserem Trip an. Es waren sehr schöne und gute Fotos und wir erinnerten uns nochmal an die tolle Reise, die sich wirklich ausgezahlt hatte.

Mit den Pangas wurden wir wieder an Land gefahren und sahen wieder die Seelöwen, die uns schon am ersten Tag begrüßt hatten. Mit dem Bus ging es wieder zum Flughafen, an dem unser Gepäck schon eingecheckt worden war und wir mussten nur noch unsere Boardingkarten abholen.

Wir verabschiedeten uns noch von unserem Guide Roberto und liefen durch die kleinen Shops. So ging unser Galapagos Aufenthalt zu Ende. Wir hatten wirklich eine tolle Zeit und waren sehr zufrieden mit unserem Schiff. Vielleicht schaffen wir es ja nochmal Galapagos zu besuchen. Das Leben dort ist wirklich schön entspannend und die Tierwelt ist sehr faszinierend. 

Die Fotos könnt ihr auf Facebook bewundern ;) 

Erste Ausflüge mit Jojo

27Nov2013

Am nächsten Tag wachten wir um sieben Uhr auf, da es schon hell war in unserem Zimmer. Wir mussten warten bis wir ins Bad durften, weil es nur zwei Bäder gab und einige andere Gäste vor uns dran waren. Danach schauten wir in den Frühstücksraum des Hostels. Es gab nur Toast und Kaffee und so beschlossen wir uns gleich auf die Suche nach einem neuen Hostel zu machen. Zuerst kauften wir uns in einer Bäckerei noch etwas zu frühstücken und gingen dann in eine Straße in der es einige Hostels gab. Wir gingen in eines hinein und fragten wie viel es kosten würde und schauten uns die Zimmer an. Das Hostel war sehr sauber und modern eingerichtet. In den Zimmer gab es einen Fernseher, einen Kasten und ein eigenes Bad. Wir waren sehr zufrieden und beschlossen gleich unsere Sachen zu holen.

Also gingen wir zurück in unser altes Hostel checkten aus und machten es uns in unserem neuen Zimmer gemütlich. Nachdem wir einen kleinen Rucksack gepackt hatten ging es los Richtung Altstadt. Am Plaza Foch trafen wir zufällig Fee und Angy, die gerade Geld abhoben. Wir besprachen nochmal, dass wir sie am Abend besuchen kommen würden um Schnitzel zu kochen.

Nun ging es weiter durch den Park El Ejido und den Park Alameda. Bald kamen wir in der Altstadt an. Direkt am Plaza Grande fand gerade ein großer Umzug statt. Wir mussten uns durch die Menschenmengen kämpfen. Wir setzten uns noch kurz gemütlich auf eine Bank und wollten dann die Kathedrale besichtigen. Leider ging dies nur mit Führung und so beschlossen wir weiter zu gehen.

Umzug beim Plaza Grande

Nun besichtigten wir die Kirche San Francisco, in der gerade eine Messe stattfand. Danach besichtigten wir noch die Compania de Jesus, die mit sehr viel Gold verziert ist. Weiter ging es zu La Ronda, wo wir auch Mittagessen wollten. Wir fanden ein kleines Restaurant, in dem wir die einzigen Gäste waren und aßen Seco de chevo und ein anderes typisches Gericht.

Vollgegessen marschierten wir zur Basilica del Voto Nacional. Wir gingen auf den Turm hinauf und genossen die Aussicht. Nachdem der Aufstieg auf den ersten Turm schon spektakulär genug war, wollten wir nicht auf den anderen Turm gehen.

Basilica del Voto Nacional Basilica del Voto Nacional innen Der Weg auf den Turm Auf der Basilica Ausblick auf Quito und el Panecillo

Zurück zum Hotel fuhren wir mit einem öffentlichen Bus. Jojo war von den Busstationen ziemlich beeindruckt.

Wir ruhten uns noch ein wenig im Hotel aus und begaben uns auf den Weg zur WG. Auf dem Weg dorthin gingen wir noch in einige Reisebüros um Quilotoa und Cotopaxi zu buchen.

In der WG begannen wir gleich zu kochen. Wir bereiteten Schnitzel und Kartoffelsalat zu, da ich diese Mahlzeit aus Österreich schon sehr vermisse. Jojo machte Wiener Schnitzel, die so gut wie zuhause schmeckten und alle aßen genüsslich. Wir plauderten noch ein wenig und gingen nachhause.

Kartoffelsalat vorbereiten Schnitzel braten

Am Freitag standen wir früh auf und wollten ins Cafecito frühstücken gehen. Als wir vor der Tür standen wurde uns gesagt, dass es erst ab halb acht Frühstück gibt. Also gingen wir Richtung Busstation um nach Mitad del Mundo zu fahren. Wir fanden noch einen kleinen Kiosk in dem wir frühstückten. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Busbahnhof und von dort weiter nach Mitad del Mundo.

In Mitad del Mundo waren kaum Leute und es war ganz ruhig. Wir machten ein paar Fotos auf der Äquator Linie und besichtigten das Museum im Inneren des Monuments. Danach gingen wir hinüber ins Inti Nan Museum und bekamen eine Führung. Jojo schaffte es das Ei auf dem Nagel zu balancieren und bekam ein Zertifikat.

Vor dem Monument in Mitad del MundoVor dem Monument Ein indigener Stamm, der sich vor Penisfischen schütztInti Nan Museum am Äquator Auf dem Äquator im Inti Nan Museum Jojo hat es geschafft das Ei zu balancieren

Mit dem Bus fuhren wir wieder zurück nach Quito und schafften es rechtzeitig auszusteigen und einen Bus zu nehmen, der an meinem Krankenhaus vorbeifuhr. So konnte Jojo auch einmal das riesige Gebäude sehen.

Zurück im Hotel beschlossen wir nicht auf den Pichincha zu fahren, da das Wetter nicht allzu gut war und entschieden uns stattdessen für das Shoppincenter. Zuerst gingen wir noch in die Sprachschule um meine Kaution abzuholen und dann shoppten wir im Quicentro. Gegen Abend trafen wir noch Susanne auf einen Kaffee und fuhren bald wieder nachhause um uns umzuziehen.

Um acht Uhr hatten wir einen Tisch im Mosaico reserviert, um in meinen Geburtstag zu feiern und den Blick über die Stadt zu genießen. An einem anderen Tisch feierte auch eine Frau Geburtstag und die Stimmung war ziemlich gut. Bald tanzte fast das ganze Restaurant zur Musik der Liveband. Die Südamerikaner sind eben sehr temperamentvoll und tanzen gerne.

Über Quito im Mosaico

Unser Essen war sehr gut und sehr viel. Leider mussten wir wieder sehr lange auf ein Taxi in der Kälte warten. Im Hotel packte ich noch meine Geschenke aus, die Jojo mir von zuhause mitgebracht hatte, über die ich mich sehr freute und dann gingen wir schlafen.

Am Samstag gingen wir in der Früh wieder in die WG, wo ich von meinen ehemaligen Mitbewohnerinnen von einem Geburtstagsständchen auf Deutsch und einer Torte begrüßt wurde. Ich freut mich sehr und war völlig überwältigt. Die Mädels hatten sich echt Mühe gegeben und haben mir auch ein T-Shirt zur Erinnerung bemalt und einen Lama-Pulli und einen Schal geschenkt. Wir aßen gemütlich gemeinsam Torte und machten uns dann auf den Weg zu unserem Bus zur Ranch.

Meine Torte :) Gescheenke :)

An Mitad del Mundo vorbei fuhren wir zum Pululahua, einem Vulkankrater. Nach einer holprigen, kurvigen Straße, kamen wir auf der Green Horse Ranch an, wo die Pferde schon gesattelt auf uns warteten. Wir bekamen noch Reithandschuhe, einen Helm und Reiterchaps. Danach sagte uns die Chefin der Ranch mit welchem Pferd wir reiten sollten. Wir kletterten alle auf unsere Pferde und bekamen noch eine kleine Einführung.

Nun ging es auch schon los. Wir ritten alle hintereinander, die Anfänger hinten und die Profis vorne. Wir hatten es echt lustig und mussten am Anfang erst noch lernen wie man bremst und ich musste mich an das Traben gewöhnen.

Zum Mittag blieben wir bei einer Hütte stehen und ich stieg ziemlich erschöpft und mit Rückenschmerzen ab. Jojo gefiel es richtig gut und die anderen erklärten mir, was ich beim Trab machen könnte, um weniger Schmerzen im Rücken zu haben.

Wir bekamen ein gutes Mittagessen und plauderten. Nach dem Essen stiegen wir wieder auf unsere Pferde und trennten uns in drei Gruppen. Jojo und ich ritten gemeinsam und mir fiel das Traben nun auch viel leichter. Unsere Begleiter hatte immer wieder Probleme mit ihrem Pferd und wir bekamen ein wenig Angst, dass sich unser Pferd auch so verhalten könnte. Unsere Pferde blieben aber ganz brav und schauten unbeeindruckt zu, wie das Pferd beruhigt wurde und aus dem Zaun, in dem es sicher verfangen hatte, befreit wurde.

Mein Pferd und ich Jojo auf seinem Pferd Jojo und ich mit meinem Pferd

Bald holten wir die anderen ein und nun kam ein ziemlich steiler und steiniger Weg. Wir mussten uns zurücklehnen und gingen langsam hintereinander hinunter. Ich hatte ein wenig Angst, da die Pferde immer wieder mal abrutschten, doch sie kannten die Strecke sehr gut und der Weg war wunderschön verwachsen. Als wir wieder in der Geraden waren sahen wir die Überreste der Eruptionen des Vulkans.

Nun trennten wir uns nochmal und ich ritt alleine mit der Chefin hinterher, da ich nicht so schnell wie die anderen galoppieren wollte. Ein wenig galoppierte ich aber auch und Jojo raste mit den anderen mit.

Wir waren alle ziemlich erschöpft, aber auch überglücklich und hatten richtig viel Spaß. So fuhren wir wieder nachhause.

Im Hotel duschten wir und gingen dann zur WG um meinen Koffer abzuholen, den wir umpacken wollten. Als wir die Tür öffneten standen die Mädels mit Faschingsschlangen und Tröten im Wohnzimmer und begrüßten uns. Sie hatten Tortillas mit Fleisch gekocht und nochmal Kerzen für mich angezündet. Was für eine Überraschung!

Geburstagsabendessen 2.0

Wir aßen gemütlich und spielten danach Trinkspiele mit einer leckeren Bowle. Bald mussten Jojo und ich aber wieder gehen, da wir schon müde waren und am nächsten Tag um sieben Uhr in der Früh unsere Tour zum Quilotoa starten würden.

Am nächsten Tag gingen wir zum Treffpunkt und bemerkten, dass Kira, Tabea und drei andere Mädchen von Praktikawelten auch dieselbe Tour gebucht hatten.

Mit etwas Vespätung kam unser Bus und wir fuhren zu einem anderen Hotel, aus dem wir noch ein paar Gäste abholten. Das Hotel war eine Hacienda, also ein Bauernhof, auf dem es einige Hunde gab, die sich irrsinnig über den Besuch freuten und gestreichelt werden wollten und eine Kuh stand im Garten. Außerdem gab es noch eine Gans und Lamas.

Mit einiger Verspätung fuhren wir weiter und besuchten noch einen Markt in Pujili. Der Markt war echt interessant. Es gab Früchte, Fleisch, Reis, Filme, Elektronik und Mittagessen. Wir beobachteten gespannt das rege Treiben und mir gefiel, dass die Leute hier noch etwas traditioneller gekleidete waren.

Als nächstes blieben wir an einer Straße neben Feldern stehen. Wir gingen einen kleinen Weg hinauf und besuchten eine einheimische Familie in ihrer Hütte. In der Hütte wuselten 80 Meerschweinchen durch die Gegend und quiekten ganz aufgeregt. Außerdem gab es eine kleine Küche und ein Bett für die ganze Familie. Über die Echtheit dieser Hütte sind wir uns nicht ganz sicher, doch es war ganz spannend so etwas zu sehen.

Bald blieben wir wieder stehen. Diesmal bei dem Canyon des Rio Toachi, der sehr tief und beeindruckend war.

Der nächste Stop war nun endlich Quilotoa. Wir gingen zuerst zu einem Aussichtspunkt und bewunderten die riesige Lagune in dem Vulkankrater. Anschließend gingen wir hinunter zur Lagune. Der Weg war sehr sandig und teilweise steil und uns kamen immer wieder Leute auf Maultieren entgegen. Ab und zu liefen auch Kinder oder Männer mit zwei bis vier Maultieren am Strick den Berg hinunter.

Nach einer halben Stunde kamen wir unten an und machten ein paar Fotos. Wir griffen noch einmal ins Wasser und machten uns wieder auf den Weg hinauf. Wir wussten, dass es sehr anstrengend werden würde, doch ich wollte nicht, dass so ein armes Maultier mich tragen muss.

Der Weg war wirklich anstrengend und ich musste immer wieder stehen bleiben. Im San sank man immer wieder ein und so war es noch anstrengender.

Als wir endlich oben ankamen, gingen wir Mittagessen. Danach schauten wir noch in die kleine Verkaufshalle und fuhren bald wieder zurück nach Quito.

Am Abend kamen wir völlig verschwitzt und staubig in Quito an. Zuerst gingen wir duschen und dann aßen wir am Plaza Foch Burger. Zu unserer Verwunderung ist es am Sonntag in ganz Ecuador verboten Alkohol zu verkaufen. So konnte Jojo kein Bier zu seinem Burger genießen.

Am Montag schliefen wir etwas länger und gingen dann ins Cafecito frühstücken. Ich aß leckere Pancakes und Jojo bekam ein mexikanisches Frühstück.

Mexikanisches Frühstück Pancakes

Nach dem Frühstück nahmen wir ein Taxi zum Teleferiquo, der Gondel, die auf den Pichincha fährt. Wir kauften Tickets und stellten uns an. Die Gondeln fuhren irrsinnig langsam. Die normale Geschwindigkeit war hier die Einstiegsgeschwindigkeit bei uns und die Einstiegsgeschwindigkeit war fast schon so als ob die Gondel stehen bleiben würde.

Die Natur war wunderschön und ähnelte den Wäldern im Dschungel. Es war richtig schön grün und verwachsen unter der Gondel.

Oben angekommen war es ziemlich neblig, aber man hatte trotzdem eine gute Sicht auf Quito. Von oben konnte man die Parks und die Bezirke ziemlich gut erkennen.

Wir wanderten ein wenig herum und entdeckten eine Weide mit Pferden, die man mieten könnte. Wir beschlossen eine dreiviertel Stunde zu reiten. Der Vermieter setzte sich auch auf ein Pferd und so ritten wir begleitet von seinem Hund los. Es machte richtig viel Spaß und die Pferde wussten ganz genau wo es lang ging. Die Natur war wunderschön, es war komplett ruhig und man hatte eine tolle weite Sicht.

Am Weg zurück zur Koppel ging es ziemlich steil hinunter und mein Pferd fing an zu rennen. Ich erschrak ein wenig doch es blieb bald wieder stehen und ich kam sicher und als erste an der Koppel an. Wir verabschiedeten uns von den Pferden und dem Hund und fuhren wieder hinunter.

Mit einem Shuttlebus ging es zurück zu unserem Hostel. Wir brachten noch schnell unsere Wäsche in eine Wäscherei und gingen dann zur Avenida Amazonas um etwas einzukaufen. Außerdem ging ich noch zum Friseur um meinen Pony schneiden zu lassen.

Danach wollten wir bei KFC Mittag essen, aber nachdem dort zu viele Menschen anstanden gingen wir zum Mc Donald’s.

Am späten Nachmittag haben wir für Galapagos gepackt und dann den Koffer, den wir nicht brauchen in die WG gebracht. Gemeinsam mit den Mädels waren wir bei einem Chinesen Abendessen.

Heute, am Dienstag, mussten wir wieder um sieben Uhr am Plaza Foch sein, um von dort zum Cotopaxi zu fahren. Nachdem wir noch zweimal stehen geblieben waren, kamen wir im Nationalpark an. Leider war es ziemlich neblig und kalt. Wir marschierten in Schnee und Eis hinauf zu einem Refugio. Dort angekommen genossen wir die Aussicht und erholten uns von dem sehr anstrengenden Aufstieg, da man kaum Luft bekam aufgrund der Höhe. Wir tranken einen Tee und gingen dann wieder hinunter. Der Weg hinunter ging über nassen Sand und man sank immer wieder ein, was aber eigentlich sehr angenehm war. Wir gingen an sehr vielen Lavasteinen vorbei und die Landschaft war wirklich beeindruckend.

Im Bus warteten wir auf die anderen und um hinunter zu fahren, konnte man ein Fahrrad nehmen. Jojo entschied sich für diese Möglichkeit und raste hinunter.

Als wieder alle im Bus waren, fuhren wir zu einem Restaurant, in dem wir ein Mittagessen bekamen.

Am späten Nachmittag kamen wir wieder in Quito an. Im Hotel packten wir noch fertig für Galapagos und jetzt sind wir schon sehr gespannt was uns morgen erwarten wird.

Bis bald! 

Letzte Arbeitstage und Jojos Ankunft

27Nov2013

Am Freitag bin ich noch einen Tag zuhause geblieben. Kurz waren Sophie, Angy und ich auf dem Markt, da die anderen etwas einkaufen wollten, doch bald waren wir wieder erschöpft und gingen zurück nachhause.

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich und am Abend kochten wir Empanadas gefüllt mit Fleisch, Thunfisch und Käse. Wir machten den Teig selbst und füllten ihn dann. Danach frittierten wir die Teigtaschen in Fett. Die Empanadas schmeckten sehr gut, auch wenn sie wirklich sättigend und fettig waren.

Nach dem Essen schauten wir alle gemeinsam einen Film an und gingen danach schlafen.

Am Samstag waren Mareike und ich alleine in der WG, da die anderen alle Ausflüge machten. Am Vormittag frühstückten wir und räumten ein wenig auf. Mareike erzählte mir, dass wir in der ecuadorianischen Zeitung wären, da wir in Cuenca während den Fiestas als die typischen Touristen fotografiert wurden. Ziemlich cool!

Ich habe noch geskyped und den Live-Ticker des Basketballmatches der Dukes verfolgt. Als Mareike auch fertig war mit skypen, sind wir zur Avenida Amazonas gegangen um ein bisschen zu shoppen. Ich habe mir zwei T-Shirts gekauft und eine Jean gesucht, aber leider keine gute gefunden. Wir beschlossen auch noch ins Cafecito zu gehen, um dort eine Torte zu Essen und nachzufragen ob es noch ein Zimmer für Jojo und mich gibt. Leider gab es aber kein Zimmer mehr, was richtig schade ist, da das Hostel richtig nett aussieht. Trotzdem genossen Mareike und ich einen leckeren Brownie.

Wir gingen noch zum Blue House Hostel um dort nachzufragen wieviel ein Zimmer kosten würde und ob es noch eines gäbe. Hier gab es noch ein Zimmer, doch die Rezensionen im Internet waren nicht sehr gut. Da wir aber keine bessere Idee hatten, beschlossen wir dort zu buchen.

Gegen Abend gingen Mareike, Susanne und ich in ein Kino in einem Einkaufszentrum. Es waren einige Leute dort und wir kauften uns Tickets für einen Film, der schon angefangen hatte. Der Film war richtig schlecht! Wir waren alle drei geschockt wie schlecht ein Film sein kann, obwohl echt gute Schauspieler mitgespielt haben. Leicht frustriert fuhren wir wieder nachhause.

Am nächsten Tag schliefen wir aus und frühstückten gemeinsam Croissants vom Bäcker. Dann chillten wir ein bisschen und skypten. Um halb drei fuhren wir nochmal in das Einkaufszentrum, in dem wir auch im Kino waren und aßen im Foodcourt zu Mittag. Danach schlenderten wir durch das Einkaufszentrum und shoppten. Zum Schluss gingen wir noch in den Supermarkt um für die nächste Woche ein wenig einzukaufen und fuhren dann mit dem Taxi nachhause.

Am Abend kamen die anderen wieder und wir machen Burger. Wir aßen gemütlich zusammen und gingen dann schlafen.

Am Montag ging es endlich wieder in die Arbeit. In der Früh war ich ziemlich gestresst, vergaß meine Kleidung, musste nochmal zurück und ging ein wenig zu spät mit Sophie gemeinsam zur Bushaltestelle. Der Bus kam lange Zeit nicht und so kam ich etwas zu spät im Krankenhaus an. Auf der Station war gerade Visite und ich lief mit den Schwestern mit. Es waren nur noch zwei Kinder da, die ich kannte. Insgesamt waren drei Kinder intubiert. Wir hatten zwei sehr kleine Säuglinge auf der Station und sonst eher ältere Kinder.

Im Laufe des Tages wurde der kleine Junge, den ich schon von Anfang an kannte extubiert und nur noch mit Sauerstoff versorgt und ein anderes Baby musste intubiert werden. Allzu spannend war es nicht, doch ich genoss den Tag, da ich ja nicht mehr lange dort arbeiten würde. Gegen Ende meines Arbeitstages ging ich zu German und fragte ob ich bis Mittwoch arbeiten könnte und ob er mir ein Zertifikat ausstellen könnte. Er versprach es bis Mittwoch fertigzustellen.

Nach der Arbeit ging ich zur Sprachschule um meinen Sprachkurs zu bezahlen und Zertifikate abzuholen. Ich bekam ein Zertifikat für meinen Sprachunterricht und bat um ein Zertifikat für den Medizinerkurs.

Dann ging ich zu dem Hostel, das ich reserviert hatte, und zahlte die erste Nacht an. Zuhause ging das Internet wieder, das am Vormittag gesponnen hatte und so konnte ich skypen.

Am Abend kochten wir gemeinsam und aßen.

Am Dienstag kam Fee nachhause und war ziemlich krank. Sie hustete die ganze Zeit und hatte hohes Fieber. Wir riefen gleich Doktor Larry an und Sophie blieb bei ihr, damit sie nicht alleine sein muss.

Ich ging ich wieder in die Arbeit, da ich meine letzten Tage noch genießen wollte. Ich setzte mich immer wieder zu dem Patienten, den ich schon von Anfang an kannte und hielt Händchen. Außerdem half ich der Schwester beim Waschen der Kinder und beobachtete die Ärzte. Dann bat mich eine Ärztin ein kleines Mädchen, deren Mutter gerade nicht da war zu füttern. Zuerst wollte sie überhaupt nichts essen und schrie nur herum und heulte, doch dann schaffte ich es sie irgendwie zu überreden. Leider fing sie immer wieder an zu weinen und ich konnte leider nicht verstehen, was sie von mir wollte.

Nach der Arbeit ging ich nachhause und aß etwas. Fee schlief viel und wir warteten bis Larry kam, da er noch arbeiten musste. Ich skypte noch mit meinem Bruder und mit Jojo und war schon ziemlich aufgeregt, da Jojo noch bei uns in der Nacht los fliegen würde.

Ich packte ein wenig, da ich ja umziehen würde und dann kam Doktor Larry. Er war ziemlich besorgt um Fee, da sie so hohes Fieber hatte. Zuerst verstand er uns falsch und dachte Fee würde noch am selben Abend wegfahren, doch wir erklärten ihm, dass sie erst zurückgekommen war und erst am Sonntag fliegen würde. Larry diagnostizierte dann einen Virus und meinte Fee würde eine Infusion benötigen, da sie viel Flüssigkeit verloren hatte. Also kaufte er eine Infusion und andere Medikamente und legte einen Zugang. Sie bekam eine Ringerlösung angehängt und musste im Bett bleiben.

Alena, Sophie und ich gingen noch zur Wäscherei um Wäsche abzugeben und abzuholen. Dann suchten wir ein Kosmetikstudio für Maniküre, da das hier sehr günstig ist. Das Studio war sehr schön und hygienisch und ich bekam French Manicure Nägel.

Am Abend gab es Reis mit Champignonsoße und danach schauten wir alle gemeinsam einen Film an. Fee saß mit ihrer Infusion dabei. Irgendwann meinte sie, dass ihr die Infusion weh tun würde und ihre Hand war auch leicht angeschwollen, also zogen Sophie und ich die Nadel wieder heraus.

Jojo war nun auch schon am Weg zum Flughafen und ich wünschte ihm noch einen guten Flug und ging schlafen.

Am Mittwoch ging es nun auch Angy und Sandra schlecht und die drei blieben zuhause. Jojo hatte mir schon geschrieben, dass er gut in Madrid angekommen war und nun weiter nach Bogota flog. Ich ging zum letzten Mal ins Krankenhaus. Leider hatte Kira den Schlüssel für unseren Spind verloren und so musste ich erstmal auf sie warten. Leider gab es keinen Ersatzschlüssel also beschloss ich einfach mal auf der Station nachzufragen ob ich denn auch in meiner normalen Kleidung arbeiten dürfte. Ich bekam von der Schwester einen Kittel, den auch die Hilfsschwestern tragen. Bald darauf kam Kira vorbei und meinte, dass ein Hausmeister unseren Spind aufgebrochen hatte. So konnte ich mich doch noch umziehen und kehrte wieder auf die Station zurück. Ich hörte bei der Visite zu, half beim Waschen der Kinder und beobachtete die Ärzte, Schwestern und Therapeuten.

Wieder setzte ich mich zu meinem längsten Patienten, dem auch ein Venenkatheter gelegt werden musste, was sehr schwierig und langwierig war. Später blutete die Einstichstelle auch stark und der Katheter schien nicht gut gelegen worden sein. Ich setzte mich auch zu einem unserer Frühchen das hellwach da lag und mich anstarrte. Der Kleine schaffte es den Tubus herauszuziehen und war aber trotzdem nicht unterersorgt. Also bekam er nur Sauerstoff und musste nicht nochmal intubiert werden.

Unser anderes Baby schien sehr krank zu sein. Es war auch intubiert und die Nase war ganz lila und aufgeplatzt und blutete. Außerdem kam aus der Magensonde Blut. Dies war kein schöner Anblick. 

Am Ende meines Arbeitstages verabschiedete ich mich nochmal von jedem Patienten und war ein wenig traurig, da ich sie nicht mehr sehen würde und nicht weiß, wie es ihnen nun geht. Ich ging auch noch zur Oberschwester um mich zu verabschieden. Sie umarmte mich und meinte ich könnte jederzeit nochmal vorbeikommen. Nun holte ich noch mein Zertifikat von German ab und verabschiedete mich. Mit einem mulmigen Gefühl verließ ich das Krankenhaus – mein Arbeitsplatz der letzten zwei Monate.

Zuhause saßen Fee, Sandra und Angy krank am Sofa und litten. Ich machte was zu Essen und chillte mich auch aufs Sofa.

Am Nachmittag holte ich meine Wäsche ab und schrieb nochmal mit Jojo, der gut in Bogota angekommen war und zufrieden mit seinem Flugzeug und seinem Flug war. Gemeinsam mit Sophie und Alena ging ich zum Hoste um dort meine Sachen hinzubringen und war etwas geschockt von dem Zimmer. Es stand nur ein Doppelbett darin und zwei Nachtkästen und links und rechts vom Bett war nur ein halber Meter Platz.

Wir gingen noch zum Supermaxi einkaufen und fuhren mit dem Taxi nachhause. Auf dem Weg dorthin blieben wir bei einem Restaurant stehen und nahmen chinesisches Essen mit.

Zuhause aßen wir zusammen und dann wartete ich aufgeregt bis wir endlich zum Flughafen fahren würden. Kurz vor acht Uhr stellten sich Alena, Sophie und ich an die Straße und warteten auf das Taxi, doch es kam nicht. Also rief ich bei der Firma, bei der ich das Taxi bestellt hatte an und der Mann sagte mir, dass sie dachten, dass die Bestellung erst für den nächsten Tag wäre. Gott sei Dank schickte er aber sofort ein neues Taxi. Das Taxi war sehr sauber und der Fahrer nett und Sophie und ich nahmen das Plakat auf den Schoß. Es gab immer wieder Stau und wir fuhren eine Stunde lang bis wir endlich am Flughafen ankamen. Ich hatte sehr starke Kopfschmerzen und mir war richtig schlecht, was mich ziemlich ärgerte.

Wir setzten uns zuerst noch hin und warteten gespannt darauf, dass der Flieger landen würde. Bald zeigte die Tafel an, dass das Flugzeug gelandet war. Da nicht sehr viele Flugzeuge ankamen beschlossen wir uns nach zwanzig Minuten zum Ausgang zu stellen und zu warten. Ich war richtig gespannt und aufgeregt. Bald entdeckten wir Leute, die aus Bogota ankamen und kurz darauf kam Jojo endlich und grinste übers ganze Gesicht. Ich hielt schnell das Plakat hoch und freute mich ihn endlich wieder zu sehen. Wir umarmten uns und machten noch ein Foto mit dem Plakat. Dann fuhren wir mit dem Taxi Richtung Mariscal.

Am Flughafen mit dem Plakat

Im Hostel angekommen kauften wir noch ein Wasser und gingen in unser Zimmer. Jojo  war ziemlich geschockt von dem Zimmer und wir beschlossen nur eine Nacht in dem Hostel zu verbringen und dann zu wechseln. Ziemlich müde, erschöpft und zufrieden schliefen wir ein.

Wochenende in Quito und wieder krank -.-

14Nov2013

Am Freitag ging ich in die Arbeit und als ich die Station betrat und mich umsah, bemerkte ich, dass das intubierte Mädchen nicht mehr da war und ihr Bett gerade geputzt wurde. Ich hoffte, dass sie nur in ein anderes Krankenhaus oder auf eine andere Station verlegt wurde und nicht gestorben war. Als wir aber den Rundgang durch alle Zimmer machten, sagte mir Paty, dass das Mädchen vor einer Stunde gestorben war. Ich war ziemlich geschockt und betroffen. Ich denke, dass für das Mädchen nicht genug gekämpft wurde und eigentlich war das Krankenhaus ja auch daran Schuld, dass das Mädchen die falsche Nahrung erhalten hatte, die ihren Magen so zerstört hatte.

Auf unserer Station gab es keine Spritzen mehr, also mussten die Eltern der Kinder in Apotheken gehen und Spritzen besorgen. Das würde bei uns nie passieren, doch hier schien keiner überrascht zu sein.

Ich lief wieder mit den Schwestern mit und sah ihnen zu, wie sie Medikamente verabreichten. Dann half ich einer Schwester den beatmeten Jungen zu baden, der nun schon etwas wacher war und sich auch bewegte. Als er von dem Atemtherapisten behandelt wurde, lief ihm sogar eine Träne herunter und ich wunderte mich, wie viel der Kleine mitbekommen würde.  Richtig wehren oder sprechen konnte er immer noch nicht, doch er spürte anscheinend schon, wenn ihm Schleim abgesaugt wurde und weinte, weil es ihm wehtat. Etwas später kam seine Mutter herein, da sie angerufen wurde um Spritzen zu kaufen. Ich glaube, dass sie ihn seit einigen Wochen oder Tagen zum ersten Mal wieder sah. Sie war ziemlich geschockt und weinte, wurde jedoch gleich wieder weggeschickt um Spritzen zu kaufen. Ich finde es ziemlich grausam, dass keine Eltern zu ihrem Kind dürfen, solange es intubiert und beatmet ist. Ich denke, dass es den Kindern sehr gut tun würde, wenn immer jemand bei ihnen wäre.

Die Schwestern hatten für mich eine Ananas mitbestellt und riefen mich zu ihnen ins Kämmerchen um zu Frühstücken. Sie fragten mich über Australien aus, bis sie endlich verstanden, dass ich aus Österreich komme und erzählten mir welche Orte in Südamerika ich noch besuchen sollte. Dann zeigten sie mir noch Fotos von ihren Reisen und ließen mich eine typische ecuadorianische Speise kosten.

Bald war mein Arbeitstag auch schon zu Ende und ich ging nachhause.

Am Nachmittag skypte ich ein wenig und blieb gemütlich zuhause. Ich schaute eine österreichische Sendung online gemeinsam mit meiner Familie und fand es echt schön mal wieder österreichisches Fernsehen zu schauen.

Am Samstag schlief ich aus und frühstückte gemeinsam mit Sophie, Fee und Sandra, da die anderen ja alle unterwegs waren. Nach dem Frühstück beschlossen wir zum Markt zu gehen und ein bisschen zu Shoppen. Die anderen kauften einiges, doch ich wurde diesmal nicht fündig. Plötzlich fing es richtig an zu schütten und da es nicht schien bald aufzuhören, liefen wir im Regen über die überfluteten Straßen nachhause.

Zum Mittag gab es Suppe, da wir kaum noch etwas zuhause hatten. Fee schaffte es dann Sophie und mich zu überreden mit ihr und dem Therapeuten aus ihrem Projekt und seinen Freunden schwimmen zu gehen. Als wir jedoch eine halbe Stunde später als ausgemacht bei den Ecuadorianern ins Auto stiegen, bemerkten wir gleich, dass Christian, Fees Freund aus dem Projekt, ziemlich betrunken war und nicht vorhatte schwimmen zu gehen. Wir fanden es ziemlich lustig, dass wir nun mit Schwimmsachen im Auto saßen und dachten wir würden schwimmen gehen. Zuerst holten wir noch einen Freund von den Jungs ab und dann meinten sie plötzlich wir würden nach Mindo fahren. Da uns das aber gar nicht gefiel, weil Mindo zwei Stunden von Quito entfernt ist, fuhren wir zuerst zu Christian nachhause. Dort fiel ihm aber auf, dass er seine Schlüssel in seinem Auto hätte und so standen wir auf der Straße und hörten Musik und die Jungs tranken Bier.

Wir beschlossen wieder zurück zu unserem Apartment zu fahren um Sandra abzuholen und zu Pizza Hut essen zu gehen. Nach dem Essen gingen wir wieder in unser Apartment und schauten einen Film. Währenddessen schliefen Christian und einer seiner Freunde ein und der andere beschloss sie im Gesicht mit Marker anzumalen. Fee und ich lachten uns tot über die zwei Harry Potter, die dann am Sofa rumlagen.

Irgendwann waren wir echt müde und schmissen die Typen raus und waren froh schlafen gehen zu können.

Am Sonntag standen wir wieder spät auf und die Putzfrau war wieder mit ihren Kindern da. Sophie, Fee und ich frühstückten gemeinsam und chillten danach im Wohnzimmer. Plötzlich standen die Ecuadorianer vom Vortag vor der Tür und wollten etwas unternehmen. Wir hatten aber gar keine Lust und ließen sie zuerst nicht rein. Fee redete dann mit ihnen und sie kamen kurz herauf, damit wir ihre Musik kopieren könnten. Da wir ihnen zu langweilig waren und nur auf Deutsch redeten, gingen sie Gott sei Dank wieder.

Den restlichen Nachmittag saßen wir nur faul herum und schauten Serien. Später gingen Sophie und ich hinaus um die Wäsche wegzubringen, doch leider hatten alle Wäschereien schon zu. Am Abend kamen alle wieder zurück und wir aßen gemeinsam wieder einmal Pizza.

Am Montag ging ich wieder in die Arbeit und kam viel zu spät, da ich zuerst meine Kleidung zuhause vergessen hatte und kein Bus kam. Ich lief mit den Schwestern mit und sah, dass alle acht Betten belegt waren. Es gab ein neues Baby, das beatmet wurde und der Junge, der lange an der Beatmungsmaschine hing, war nur noch intubiert und bekam Sauerstoff. Irgendwie war ich ziemlich müde, musste andauernd gähnen und konnte kaum stehen. Ich setzte mich immer wieder hin und hatte gar keine Lust  im Krankenhaus zu sein. Viel passierte auch nicht. Die Schwestern gaben wieder Medikamente, der Atemtherapist therapierte die Kinder und die Hilfsschwester wusch die Kinder.

Ich schaute noch zu wie der Therapeut den Jungen extubierte, doch irgendwie konnte ich mich überhaupt nicht konzentrieren. Irgendwann reichte es mir und da ich auch schon starke Kopfschmerzen hatte, sagte ich der Schwester, dass es mir schlecht ging und fuhr mit dem Taxi nachhause.

Zuhause angekommen fühlte ich mich richtig schlapp und müde und hatte starke Gliederschmerzen. Ich ging schlafen und lag den ganzen Tag nur noch im Bett.

Am Dienstag stand ich auf und mir ging es noch schlechter als am Vortag. Ich hatte Magenprobleme und leichtes Fieber und konnte überhaupt nicht schlafen in der Nacht. Also blieb ich wieder zuhause, trank Elektrolyte und nahm Parkemed. Auch Angy und Sophie waren krank und blieben zuhause.

Am Mittwoch ging es mir immer noch nicht viel besser und Angy auch nicht. Also beschlossen wir für Angy, Sophie und mich den Arzt – Doktor Larry - zu rufen. Alena ging es auch nicht so gut und falls wir was Ansteckendes hätten, sollten wir vielleicht etwas dagegen tun.

Um ein Uhr kam Larry dann und untersuchte eine nach der anderen. Angy bekam Antibiotikum verschrieben. Bei mir wusste Larry nicht so genau was ich habe, da ich leichtes Fieber habe, aber keine Erkältungssymptome oder Schmerzen außer meine Darmprobleme. Er meinte dann es könnte etwas mit der Niere sein,  da ich an diesen Druckpunkten Schmerzen hatte, doch ich soll nun noch bis Freitag abwarten. Wenn ich dann immer noch Fieber habe, muss ich eine Blutprobe machen.

Also sitze ich heute am Donnerstag immer noch zuhause und hoffe, dass ich morgen kein Fieber mehr habe. Sehr spannend ist es zuhause ja nicht und sich die ganze Zeit krank zu fühlen macht auch keinen Spaß.

Hoffentlich bin ich bald wieder gesund, denn ein paar Tage möchte ich doch noch im Krankenhaus arbeiten und am Mittwoch kommt ja endlich der Jojo!

Wünscht mir Glück! Bis bald.

Stationswechsel: Pädiatrische Intensivstation

08Nov2013

Am Montag kamen wir erst um halb acht in Quito an und deswegen zahlte es sich nicht mehr aus ins Krankenhaus zu gehen. Also blieben wir zuhause und frühstückten erst einmal gemütlich. Danach ging ich endlich mal wieder in einem richtig gemütlichen Bett schlafen.

Am Nachmittag musste ich in die Sprachschule um mit German nochmal Details wegen der Reise auf die Galapagos Inseln zu besprechen.

Zurück zuhause verfolgte ich gespannt das Dukes-Match zuhause und vermisste die Stimmung und die Spiele.

Am Abend kochten wir wieder gemeinsam und Jorge brachte uns drei Sitzsäcke und einen Kleiderstände. Nun kann jeder irgendwo sitzen und unsere Jacken müssen nicht mehr verstreut im Wohnzimmer herumliegen. Wir wollten noch einen Film anschauen, doch leider funktionierte das Internet nicht gut genug also gingen wir schlafen.

Am Dienstag kam ich wieder in die Arbeit und wollte eigentlich gleich mit der Oberschwester reden, doch sie war noch nicht da. Als ich gerade auf dem Weg zu den Patienten war mit einer Schwester entdeckte ich die Oberschwester in ihrem Büro und huschte zu ihr hinein. Sie meinte gleich wir würden auf die Pediatria Sur gehen – die Kinder Intensivstation. Auf dem Weg dorthin trafen wir eine Schwester und ich wurde ihr gleich vorgestellt und durfte mit ihr mitgehen.

Die Intensivstation ist eine separate Station, bei der man anläuten muss um hinein zu dürfen. Es gibt zwei einzelne Zimmer und im hinteren Bereich ein Doppelzimmer und einen Bereich in dem vier Betten stehen. Die meisten Patienten sind kritisch oder „intermedio“. Dies kann sich aber auch sehr schnell ändern, was ich noch lernen sollte.

Im ersten Raum lag ein Säugling, der intubiert und beatmet war. Er sah so aus als würde er schlafen und hatte tausend Schläuche, die in seinen Körper liefen und viele Medikamentenpumpen. Im nächsten Einzelzimmer lag ein sehr kleines dünnes Mädchen mit einem riesigen Pflaster über die ganze Brust. Die Schwester erklärte mir, dass das Mädchen eine Herz-OP hatte, da sich ihr Herz entzündet hatte. Das Mädchen war an den Händen gefesselt und weinte immer wieder laut. Bevor ich die anderen Zimmer sehen konnte wurde Paty, die Schwester, angerufen und gebeten in die Notaufnahme zu kommen. Sie erklärte mir, dass sie schon seit 28 Jahren arbeiten würde und daher immer wieder um Hilfe gebeten wird, da sie schon so viel Erfahrung hat. Paty nahm dann von einem kleinen Baby Blut ab und ich war das erste Mal in der pädiatrischen Notaufnahme. Hier waren sehr viele Patienten. Es gab verschiedene Bereich: ein Beratungszimmer, ein Behandlungszimmer und eine Observacion. Die Stimmung war ziemlich hektisch und viele Leute warteten auf einen Arzt.

Zurück auf der Station begleitete ich Paty wie sie dem Kind aus dem ersten Zimmer zuerst Blut aus dem Zentralzugang abnahm und ihm dann verschiedenste Medikamente spritzte. Außerdem ernährte sie ihn durch die Sonde, die von seiner Nase in den Magen führte.

Bei der nächsten sehr kleinen und dünnen Patientin musste ein Zentralvenenkatheter gelegt werden. Paty erklärte mir nach einer Untersuchung, dass sie den Katheter von dem linken Arm bis in die Nähe des Herzen legen würde. Der Katheter würde 20 cm lang unter der Haut laufen. Beim ersten Mal konnte der Katheter nicht leicht weiter eingeführt werden und daher musste Paty das arme schreiende Mädchen nochmal stechen. Diesmal glitt der Katheter sofort hinein und auf dem Röntgen sah man später, dass er perfekt saß.

Nun durfte ich zusehen wie die Ärztin und der Therapeut dem Kind im ersten Zimmer einen neuen Tubus einführten. Zuerst landete der Tubus im Magen und der Bauch blähte sich auf. Durch die Sonde drückte Paty die Luft wieder hinaus in einen leeren Infusionsbeutel. Beim zweiten Versuch war es geschafft und der Kleine hatte wieder einen frischen Tubus.

Gegen Ende kam eine neue Patientin auf die Station, die schon sehr groß war und anscheinend an Epilepsie litt. Sie strampelte schrie und schlug um sich. Als sie kaum noch Luft bekam, kam die Ärztin und verordnete verschiedenste Medikamente. Es war schlimm zu sehen, wie sehr ein Mensch beeinträchtigt sein kann und sich kaum noch unter Kontrolle hat. Auch die Mutter war verzweifelt und heulte.

Dieser erste Tag auf der Intensivstation war sehr spannend und vielseitig für mich. Ich habe sehr viel sehen dürfen und es passierte auch mal was. Zufrieden und voller neuer Erfahrung ging ich nachhause.

Am Nachmittag war ich ziemlich erschöpft und schlief eine Runde. Am Abend kamen Freunde von Alena zu Besuch und wir aßen gemeinsam zu Abend.

Am Mittwoch ging ich wieder voller Erwartungen auf die Station. Diesmal waren wieder neue Schwestern anwesend. Zuerst gab es eine Visite der Schwestern bei der ich mitging und die Oberschwester wies mich dann einer neuen Schwester zu. Diese erklärte mir einiges während sie die Medikamente vorbereitete und ich begleitete sie beim Verabreichen der Medikamente. Das Mädchen, das so aggressiv war, war auch noch da und ich erfuhr, dass sie zwölf Jahre alt sei. Sie zuckte immer wieder aus und fing plötzlich an sich die ganze Zeit mit einer Hand am Hals zu kratzen. Keiner konnte sie davon abhalten – auch nicht ihre Mutter. Ihre Mutter stand komplett hilflos daneben und die Schwester beschloss das Mädchen an den Händen zu fesseln. Zuerst wurde ihre komplette Hand einbandagiert, was sie natürlich nicht ohne sich zu wehren über sich ergehen lies, und dann wurde sie an das Bett gebunden. Ihr Vater kam herein um sich um sie zu kümmern und sie schrie und heulte nur noch herum. Sie wollte wieder befreit werden und versuchte sich immer noch zu kratzen. Ich war echt entsetzt wie sehr eine Krankheit einen Menschen einnehmen kann. Am selben Tag noch würde das Mädchen auf die normale Station verlegt.

Ich schaute auch zu, wie ein Junge, den ich schon von der anderen Station kannte, seine Atemtherapie erhielt. Er wurde abgesaugt und jammerte die ganze Zeit. Er meinte er hätte Schmerzen und wollte nicht mitmachen bei der Prozedur.

Zwischendurch liefen plötzlich alle zu einem Bett. Ein Mädchen hatte anscheinend einen epileptischen Anfall während es gebadet wurde, doch sie hatte sich wieder beruhigt und brauchte doch keine Medikamente.

An diesem Tag erlebte ich auch mit, wie sich ein Zustand eines Kindes drastisch von intermedio auf kritisch veränderte. Das Kind schien anscheinend schlecht Luft zu bekommen und die Ärzte beschlossen zu intubieren und es zu beatmen. Zuerst wurde es mit dem Beutel beatmet und bekam einige Medikamente. Dann wurde intubiert und nach einiger Zeit die Beatmungsmaschine angeschlossen. Alles ging so plötzlich und ich hatte gar nicht gemerkt, dass es dem Kind so schlecht ging. Vorher hatte es noch herumgeschrien und sich gegen Medikamente gewehrt und nun konnte es gar nichts mehr. Das ganze war richtig spannend und ich konnte endlich mal etwas beobachten, was man sonst nur in Filmen sieht.

Nach der Arbeit ging ich kurz nachhause und dann machte ich mich mal wieder auf den Weg in den Park. Dort skypte ich und las ein Buch. Als mir zu kalt war ging ich noch in ein Kaffee und trank einen so guten Kaffee, der auch mal nach Kaffee schmeckte und aus echten Bohnen war und aß ein Schokocroissant.

Zurück zuhause legte ich mich ins Bett und las noch ein wenig. Dann schlief ich, aß noch etwas und ging wieder schlafen.

Am Donnerstag kam ich wieder auf die Station und traf auf die Schwester von meiner ersten pädiatrischen Station. Ich ging wieder bei der Visite mit und wurde der Schwester, die ich schon kannte zugewiesen. Wir hatten nun also zwei ventilierte Kinder auf der Station, die sich nicht bewegen konnten. Ich ging zuerst zu dem Kind, das nun neu an der Beatmungsmaschine hängt. Als ich seine Hand berührte, merkte ich dass diese ganz kalt und hart war. Es fühlte sich an, als ob das Mädchen schon tot wäre. Ihr Brustkorb wurde nur noch durch die Maschine angehoben. Durch die Sonde des Mädchens floss eine bräunliche Flüssigkeit und die Schwester erklärte mir, dass das Blut sei. Sie berichtete mir, dass das Mädchen aus einer indigenen Gemeinschaft stammte und dort schlecht ernährt worden war. Sie kam ins Krankenhaus wegen Unterernährung und als sie das Essen des Krankenhauses bekam reagierte sie schlecht darauf und deshalb müsste sie jetzt an die Maschine geschlossen sein und ihr Magen hätte solche Probleme, dass Blut darin wäre. Die Schwester legte eine neue Sonde und die Ärzte versuchten Blut abzunehmen, was bei dem Mädchen nicht ging, da es so kalt war und man kaum Venen sah.

Die Schwester bat mich die Vitalzeichen jede Stunde aufzuschreiben und ich beobachtete was so rund um mich geschah. Der Junge mit der Muskelkrankheit und der Lungenentzündung wurde gebadet und ich war ziemlich geschockt bei dem Anblick seines Körpers. Wenn er atmete hob sich sein Bauch und nicht sein Brustkorb. Die Hau an seiner Brust war komplett eingefallen und seine Beine lagen schlapp und nach außen gedreht auf dem Bett. Die Arme sind irrsinnig dünn und seine Finger krümmen sich auch. Leider mussten dem Kleinen auch nochmal ein neuer Zugang gelegt werden und dafür brauchte die Schwester vier Versuche und der Junge weinte und jammerte die ganze Zeit über.

Ich dürfte der Hilfsschwester helfen das beatmete Mädchen zu baden. Sie bewegte sich überhaupt nicht und ich machte die Schwester darauf aufmerksam, dass ihre Hand von den Infusionen angeschwollen ist. Schon erschreckend, dass sich das Mädchen gegen nichts wehren kann und so oft wie geht gestochen werden kann und ihre Hand platzen könnte ohne dass es jemand merkt.

Wieder hatte ich einige neue Zustände von Patienten gesehen und Neues erfahren.

Zum Mittag habe ich mir bei dem Restaurant neben uns Hühnchen mit Salat und Pommes geholt und gemütlich zuhause gegessen. Danach habe ich gelesen und geskypt.

Am Abend sind wir alle gemeinsam Essen gegangen und jetzt habe ich endlich die Erlebnisse der letzten Wochen zusammengefasst.

Bis bald! 

Cuenca

08Nov2013

Am nächsten Morgen kamen wir um sechs Uhr in Cuenca an. Zuerst erkannten wir gar nicht, dass wir schon da waren, doch nachdem alle ausstiegen, kletterten wir auch aus dem Bus. So standen wir also nach einer Zeit alleine an einer Straße und hatten keine Ahnung wo wir waren. Die anderen kontaktierten ihre Gasteltern und warteten weiter beim Bus abgeholt zu werden und Fee, Angy, Sandra und ich fuhren mit dem Taxi zu unserem Hostel.

Eine Frau öffnete uns die Tür und fragte gleich ob wir zu „Lina“ gehören würden. Sie zeigte uns den Schlafraum, doch wir waren eigentlich schon ziemlich wach und wollten nicht hineintrampeln und alle aufwecken. Also setzten wir uns in den Frühstücksbereich und warteten. Bald wachten Claudia und Maria auf, die schon in der Nacht angekommen waren und noch ein wenig geschlafen hatten. Wir frühstückten alle gemeinsam gemütlich und machten uns frisch.

Die anderen fuhren zum Busbahnhof um Tickets für die Rückfahrt zu kaufen. Wir gingen auch los und liefen zu einem Platz mit einer Kirche. Nachdem die anderen meinten wir sollten uns noch am anderen Busbahnhof treffen, stiegen wir in ein Taxi. Als wir schon fast da waren meinten die anderen sie hätten doch Karten und wir könnten umdrehen. Also fuhren wir wieder zurück zum Plaza Santo Domingo und trafen dort die anderen. Wir liefen über den Markt auf dem Platz und wollten die Kirche innen anschauen, doch sie war leider geschlossen. Also gingen wir zur neuen Kathedrale, die schon von weitem wunderschön aussah. Wir sahen uns noch eine Kirche an und bewunderten die Blumen auf dem Blumenmarkt vor der Kirche.

Santo Domingo Wochenend-Markt Riesen-InsektCatedral CatedralBlumenmarkt

Nun wollten wir natürlich auch die Kathedrale von innen anschauen. Die Kathedrale ist echt riesig groß und wunderschön. Sie hat viele bunte Fenster und einen großen Altar. Ich entdeckte ein Schild auf dem stand, dass man die Kuppeln besuchen könnte. Also kauften wir uns Tickets und kletterten die Stiegen hinauf. Von oben hatte man eine tolle Aussicht auf ganz Cuenca und den Park vor der Kathedrale. Cuenca faszinierte mich mehr als Quito und ist viel schöner und altmodischer. Es gibt kaum Hochhäuser und viele schöne alte Gebäude und Kirchen.

In der KathedraleIn der Kathedrale Altar der Kathedrale Neben der Kuppel Parque Calderon Reisegruppe :) Kathedrale

Wir beschlossen mit einem Touristenbus eine Tour zu machen, den wir von oben aus entdeckt hatten. Wir saßen oben im Bus und vor uns saßen die ganzen Ecuadorianer mit ihren Regenschirmen, die uns die Sicht versperrten. Es war tolles Wetter und richtig warm. Wir fuhren zuerst durch die Altstadt und dann ging es hinaus zu den archäologischen Ausgrabungsstätten und dem Fluss. Wir machten eine Pause auf einem tollen Aussichtspunkt und danach ging es wieder zurück in die Stadt.

cuy Aussicht auf Cuenca

Nach der Rundfahrt hatten wir Hunger und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant. Eigentlich wollten wir in ein Restaurant aus dem Reiseführer, doch wir fanden auf dem Weg dorthin ein anderes Restaurant und die Angebote schienen ziemlich günstig. Die Karte zeigte uns aber dann doch andere Preise und so tranken wir nur etwas und gingen wieder. Mit neun Leuten ist es einfach etwas schwerer Entscheidungen zu treffen.

Wir fanden das Restaurant aus dem Reiseführer, das auch nicht allzu toll war, aber wenigstens nicht allzu teuer.

Nach dem Essen holten wir uns ein Eis und gingen zurück zum Park bei der Kathedrale. Dort war gerade ein Breakdance Wettbewerb, den wir beobachteten. Als dieser zu Ende war gingen wir zur Touristeninformation und fragten nach einem Programm der Fiestas, da wir bis dahin noch nicht viel gesehen hatten. Die Frau sagte uns, wo am meisten los wäre. Wir machten uns dorthin auf den Weg. Der Ort war direkt am Fluss. An der Promenade waren viele verschiedene Stände, an denen Dinge aus ganz Südamerika verkauft wurden. Das meiste war selbstgemacht und die Künstler waren oft selbst anwesend, was mir sehr gut gefiel.

Pfadfinder ;) Grafitti Grafitti Straßenshow  Marktpromenade

Bald waren wir am Ende der Stände und es war schon dunkel also beschlossen wir in ein Café zu gehen. Im Café tranken und aßen wir etwas. Danach waren wir schon richtig müde. Wir schauten nochmal, ob es irgendwo Musik gab, doch es liefen nur Betrunkene Leute auf den Straßen herum und wir hatten nicht mehr wirklich Lust durch die Gegend zu laufen. Also gingen wir zurück zu unserem Hostel.

Die Nacht war ziemlich anstrengend, da immer wieder Gäste nachhause kamen und irgendjemand zirka eine halbe Stunde lang sturm läutete, da ihm keiner aufmachte.

Am nächsten Tag trafen wir uns alle wieder in dem Café vom Vorabend um dort zu Frühstücken. Leider dauerte es ziemlich lange bis das Essen da war und so mussten wir uns richtig beeilen um zum Busbahnhof zu kommen um in den Nationalpark Cajas zu fahren. Die Mädels im anderen Taxi bekamen von ihrem Taxifahrer ein Angebot mit dem Taxi nach Cajas zu fahren und so änderten wir unsere Pläne und fuhren alle mit dem Taxi dorthin.

Im Park angekommen sahen wir erstmal eine wunderschöne große Lagune. Die Parkwächter gaben uns dann eine Plan und schlugen uns eine Route vor, die zwei Stunden dauern sollte. Also machten wir uns auf den Weg. Die Wege waren ziemlich steinig und teilweise gatschig. Wir hatten immer wieder eine neue Sicht auf die Lagune und bewunderten die Natur. Irgendwann fanden wir den Weg nicht mehr. Da uns gesagt wurde, dass wir ein Stück auf der Straße gehen sollten, gingen wir einfach auf die Straße. Nach einigen hundert Metern fanden wir endlich das Schild, das auf unsere Route hinwies. Darunter stand jedoch, dass man vier Stunden gehen müsste und davon waren die meisten nicht so begeistert. Wir beruhigten die anderen, da man sehen konnte, wie weit es noch war und so gingen wir weiter.

Parque Nacional Cajas Parque Nacional Cajas Parque Nacional Cajas 4 Studen :S

Bald kamen wir an einer Stelle an, von der aus man einen ganz tollen Blick auf die Lagune hatte. Wir machten viele Fotos und gingen an einem Wasserfall entlang weiter. Bald kamen wir zu der Stelle, wo der Fluss in die Lagune floss. Hier wussten wir aber auch wieder nicht wie es weiter ging, doch irgendwann schafften wir es an der Lagune unten anzukommen.

Parque Nacional Cajas Reisetruppe im Parque Nacional Cajas Parque Nacional Cajas Parque Nacional Cajas Parque Nacional Cajas 

Von dort aus ging es über einige Inseln wieder zurück zu der Hütte. Wir waren komplett erschöpft, aber auch überwältigt von der wundervollen Natur.

Ein bisschen wie in

Nun ging es zur Bushaltestelle um zurück nach Cuenca zu fahren. Der erste Bus ließ uns nicht einsteigen und fuhr weiter. Der zweite Bus blieb stehen, war jedoch ziemlich voll und nicht sehr modern. Als wir endlich Sitzplätze hatten schliefen wir alle ein und wachten erst wieder auf, als wir am Busbahnhof in Cuenca waren. Von dort aus fuhren wir wieder in die Altstadt und gingen etwas essen.

Danach beschlossen wir noch Torte essen zu gehen. Nachdem eine ganze Torte für uns alle billiger war als ein Stück für jeden einzeln, kauften wir eine ganze Torte und aßen sie genüsslich.

Tooorte :)

Anschließend gingen wir wieder zu den Ständen an dem Fluss und schlenderten dort ein wenig herum. Corinne hatte von einem Bekannten erfahren, dass sehr viele Leute in der Nähe des Planetariums sein sollten. Also gingen wir auf die Suche nach diesem. Corinne hatte von einem Kellner leider eine falsche Wegbeschreibung bekommen und so liefen wir an dem Planetarium vorbei und irgendwo durch die Gegend. Schlussendlich kamen wir zum „Parque de la Mujer“, in dem das Planetarium steht und chillten dort ein wenig, da die Festbühne schon abgebaut wurde und keine Menschenmassen mehr da waren.   

Bald gingen wir wieder zurück zum Hostel um dort unsere Rucksäcke abzuholen und dann von dort aus zum Bus.

Die Busfahrt war sehr lange und anstrengend und ich wunderte mich, als in der Nacht plötzlich ein Mann vom Boden aufstand. Zuerst dachte ich, er hätte versucht uns zu beklauen, doch dann merkte ich, dass er nur eine Decke in der Hand hielt und sich eine Matratze auf den Boden gelegt hatte. In der Früh standen wir ziemlich viel im Stau und kamen erst gegen halb acht in Quito an.

Woche II Pediatrie

08Nov2013

Am Montag machte ich mich wieder auf den Weg in die Arbeit und lief den Krankenschwestern hinterher. Ich schaute wieder zu wie sie Infusionen anschlossen und schrieb Vitalzeichen auf.

Nach der Arbeit ging ich in die Sprachschule und sprach mit German über das Reiseangebot für Galapagos. Das Boot sei ein Luxusboot für 90 Leute und alle Kunden wären bis jetzt zufrieden gewesen. Ich meinte wir würden nochmal darüber nachdenken, da es leider nur ein Angebot für eine Kabine mit zwei einzelnen Betten war.

Um zwei Uhr begann der Medizin-Kurs mit Doktor Larry. In unserer ersten Einheit besprachen wir ein wenig die Anatomie und lernten anhand einer Power Point Präsentation mit Bildern, wie die Venen verlaufen. Ein paar Mädels jammerten schon, dass sie Angst vor Nadeln hätten und sich selbst sicher nicht stechen lassen. Nun ging es aber ans Blut abnehmen. Wir hatten mehrere Spritzen, keine Handschuhe und genug Handdesinfektionsmittel. Los ging’s! Als erstes nahm Kira ab und wir schauten alle gespannt zu. Ich durfte von Sophie Blut abnehmen und sie hatte eine super dicke oberflächliche Vene. Ich war ziemlich aufgeregt und als ich die Spritze ansetzte kam sofort Blut raus und ich schaffte es nicht die Nadel weiter reinzuschieben. Also scheiterte mein erster Versuch und nachdem Larry meinte ich sei zu aufgeregt und sollte mich erstmal beruhigen, nahm Sophie bei mir Blut ab. Ich konnte die Vene überhaut nicht sehen, von der sie abnehmen wollte, doch sie spürte sie und traf perfekt. Nun war ich wieder an der Reihe und schaffte es diesmal, auch wenn meine Hände immer noch ein wenig zitterten.

Nach dem Kurs ging ich alleine in den Supermarkt fürs Abendessen einkaufen. Zuhause bereitete ich dann Wraps mit Hühnerfleisch und Gemüse zu und wir aßen genüsslich. Danach plauderten wir noch ein wenig und dann ging es ab ins Bett.

Am Dienstag traf ich in der Früh auf die Oberschwester der Pediatrie und sie fragte mich ob ich denn auch mal wechseln möchte. Ich bejahte und sie meinte ich könnte noch auf die Intensivstation und auf die Notaufnahme. Das freute mich natürlich sehr! Dann erfuhr ich, dass die Schwester, mit der ich am Anfang ein bisschen Schwierigkeiten hatte, auch auf die Intensivstation wechseln würde.  Ich begleitete die Physiotherapeutin für Atemtherapie und sah zu als sie einem Säugling Schleim absaugte. Das Kind übergab sich danach und wurde einiges an Schleim los. Die Mutter fing an zu weinen, weil sie so schockiert war, doch ich fand es echt interessant wie die Therapeutin arbeitete und war mir sicher, dass es dem Kind nun ein wenig besser ging.

Die Schwestern nahmen mich auch mit zu einem Buffet des Kongresses, der gerade im Krankenhaus stattfand und wir bekamen kleine Leckereien.

Nach der Arbeit ging ich wieder in die Schule und plauderte mit Rowena über ihre Station. Im Medizin-Kurs schauten wir Videos über das Nähen von Wunden an und Larry erklärte uns welche Arten von Wunden und Nähten es gäbe. Wir würden also Hühner nähen um zu üben. Als Pamela reinkam und fragte ob wir lieber Huhn oder Käse hatten verstanden die meisten zuerst nicht, dass es sich um Sandwiches und nicht um unsere Patienten handeln würde. Die Sandwiches waren echt lecker und kurz nachdem wir aufgegessen hatten kam Pamela mit Holzplatten auf denen Hühnerschenkel festgenagelt waren herein. Larry erklärte uns nochmal genau wie es funktionierte und dann legten wir los. Sophie und ich teilten sich ein Huhn. Wir nähten abwechselnd und mit der Naht der zweiten Wunde war Larry sehr zufrieden. Das Nähen machte wirklich Spaß, auch wenn ich gemerkt habe, dass man sehr viel Übung braucht um eine schöne Naht zu hinterlassen und nicht zu lange zu brauchen.

Ich nähe!Unsere ersten Nähte

Zuhause packte ich nach dem Abendessen vier Spritzen aus, die ich vom Krankenhaus hatte, und wir übten nochmal aneinander Blut abnehmen. Ich hatte Alena als Patienten, schaffte es aber leider nicht ihre Vene zu treffen. Sophie nahm bei Fee Blut ab und war erfolgreich. Dann wollte Alena auch ran und versuchte es bei Sophie. Beim ersten Mal klappte es genauso wie bei mir nicht, da sofort Blut austrat doch beim zweiten Versuch konnte sie auch gut Blut abnehmen.

Nach dieser Action setzten wir uns zusammen und schauten noch einen Film.

Am Mittwoch ging ich in die Arbeit und lief bei der Visite mit. In einem Zimmer grinsten mich zwei irrsinnig süße Kinder an, denen es schon viel besser ging. Das Mädchen hüpfte aufgeregt in ihrem Bett herum und versuchte Aufmerksamkeit zu erlangen und grinste mich immer wieder an. Der kleine Junge im Bett daneben hatte einen Tumor hinter seinem Auge und konnte mich so nur mit einem Auge anschauen. Trotzdem war er sehr glücklich und winkte mit seinem Spielzeugtraktor. Er grinste wie verrückt. Noch ein paar Tage zuvor lag er nur im Bett und schlief oder wurde in den Armen seiner Mutter hin und her gewippt. Ziemlich cool wie schnell so kleine Kinder wieder gesund werden können.

Micaela

Im Laufe des Vormittages ging noch eine meiner Lieblinspatientinnen nachhause und ich merkte, wie schnell einem Patienten ans Herz wachsen können. Immerhin sind die Kinder wieder halbwegs gesund wenn sie nachhause dürfen.

Zum Ende meiner Schicht mussten die Schwestern noch einem Jungen Blut abnehmen. Der Junge war irrsinnig dünn und hat anscheinend eine Muskelkrankheit. Außerdem atmet er ganz schwer und hat Lungenentzündung wie die meisten Kinder auf der Station. Er fing sofort zu weinen an und jammerte die ganze Zeit „Mammita“ und „Papito“. Er tat mir so leid und die Schwestern stachen immer wieder in seine dünnen Ärmchen hinein.

Am Nachmittag war ich wieder richtig müde und schlief eine Runde. Am Abend suchten wir ein Hostel für Cuenca, da wir nun endlich Bustickets hatten. Es war aber leider schon sehr spät und kaum möglich noch freie Zimmer zu finden. Das Problem war auch, dass wir zehn Betten brauchten. Irgendwann fanden wir ein Hostel, das noch ein paar Betten frei hätte, in denen man zu zweit schlafen könnte und der Rest dürfte am Boden mit Schlafsäcken auf Isomatten schlafen.  Wir schrieben noch einen Herren an, der eine Wohnung hat und vielleicht auch genug Platz für uns und gingen schlafen.

Am Donnerstag ging ich wieder in die Arbeit. Im Laufe des Vormittages durfte ich auf ein kleines Mädchen aufpassen, das gerade eine Infusion bekam. Die Kleine sagte kein einziges Wort und schaute mich nur erschrocken und traurig an. Ihre Mutter ging immer wieder woanders hin und anscheinend hat sie keine anderen Angehörigen. Sie saß immer nur traurig und ruhig in ihrem Bett. Auch der aufgeblasene Handschuh mit einem Gesicht darauf konnte sie nicht aufheitern.

Auf der Station gab es nun auch ein neues Kind, das stark behindert ist. Es konnte kaum reden und sabberte immer wieder. Die Eltern mussten es die ganze Zeit betreuen und es sitzt in einem Sessel auf einer Art Dreirad. Hier gibt es anscheinend nicht normale Rollstühle für Behinderte Kinder beziehungsweise diese sind zu teuer für normale ecuadorianische Familien.

Nach der Arbeit ging es wieder in die Sprachschule zum Medizin-Kurs. Diesmal stand Venflon setzen am Programm. Die ersten paar Versuchskaninchen jammerten teilweise ziemlich und ich hatte echt schon leicht Angst. Ich war zuerst dran und legte Sophie den Zugang. Sie spürte nur den Stich und sonst nichts und ich war echt zufrieden mit mir. Als Sophie dann bei mir hineinstach tat es so richtig weh und ich jammerte ziemlich. Einmal kurz fühlte es sich so an als würde die Nadel an meinem Knochen kratzen, da sie an einer ziemlich komischen Stelle herumstach. Ich war echt froh als das Ding endlich wieder draußen war. Ich bin aber echt froh, dass ich jetzt weiß, wie es sich anfühlt, denn nun kann ich auch verstehen warum die Kinder oft weinen und jammern.

Sophie wurde später nochmal gestochen und das Mädchen zog die Nadel zu früh aus dem Venflon, so dass es ziemlich blutete und alles auf den Boden tropfte –sehr passen zu Halloween.

Doctor Larry und eine tolle anatomische ZeichnungBluuut!

Nach der Schule ging es nachhause und nochmal kurz in ein paar Tiendas um Gemüse und Getränke für unsere Halloween Party zu kaufen. Zurück zuhause ging es ans vorbereiten. Wir räumten auf und stellten den Tisch in die Ecke. Die anderen schnitzten eine Art riesen Gurke, die aussah wie ein Kürbis und ein paar Orangen zu grusligen Fratzen. Wir stellten alle Sessel ins Wohnzimmer und sperrten den Gang zu unseren Zimmern. In der Küche wurde auch fleißig gewerkelt.

Grusel-Orange Würstchen-Finger Gemüse-Skelett

Als der Raum vorbereitet war zogen wir uns um und schminkten uns. Wir sahen alle ziemlich „gruslig“ aus und beschlossen ein paar Fotos zu machen.

Mit Doris :) Grusel-WG Ecuadooor :)

Bald kamen die ersten Gäste und wir plauderten gemütlich und mampften unsere gruseligen Kleinigkeiten. Corinne hatte auch eine leckere Kürbissuppe gekocht. Fee hatte auch den Therapeuten aus ihrem Projekt eingeladen und so waren auch ein paar Ecuadorianer anwesend und später wurde sogar Salsa getanzt. Bald ging ich aber schlafen, da ich echt schon müde war und am nächsten Tag wieder früh aufstehen müsste.

Am Freitag ging ich wieder zur Arbeit. Nach einiger Zeit wurde ich gefragt ob ich auch ein Frühstück haben möchte. Ich bestellte eines und zahlte einen Dollar. Das war das erste Mal, dass sie mich gefragt hatten ob ich auch etwas möchte. Davor hatte ich mich immer einfach dazu setzen dürfen und habe etwas abbekommen.

Die Therapeutin beschwerte sich, als sie mir zuhörte, über mein Spanisch und meinte ich würde soo schlecht sprechen. Die Schwestern verteidigten mich gleich und meinten ich würde das sagen können, was notwendig wäre. So einfach ist es nun wirklich nicht und vielleicht sollte sie einfach mal Englisch oder Deutsch lernen. Zum Frühstück saß ich alleine mit ihr am Tisch und versuchte mich dann mal ein bisschen bei ihr einzuschleimen. Also fragte ich sie wie lange ihre Ausbildung denn gedauert hätte und wie sie es finden würde mit Kindern zu arbeiten. Sie lockerte wieder ein wenig auf und beschwerte sich nicht nochmal über meine Sprachkenntnisse.

Gegen Ende des Tages durfte ich immer wieder ganz alleine Infusionen abhängen und Venflons ziehen. Das machte richtig Spaß und ich hatte ein wenig Verantwortung und wurde gebraucht. Leider war dies aber mein letzter Tag auf der Station. Ein wenig traurig war ich doch, da ich mich jetzt erst richtig eingelebt hatte und die Schwestern alle halbwegs kannte und verstand. Auch die Schwestern meinten ich sollte noch ein wenig bleiben.

Am Nachmittag buchte ich endlich unsere Galapagos Reise. Wir bekamen von German doch noch ein Angebot auf dem selben Boot mit einem Doppelbett. Unsere Reise wird vom 27. November bis zum 2. Dezember dauernd, also sechs Tage, und wir werden die westlichen Inseln besuchen, die anscheinend am schönsten sind.

Für Cuenca hatten wir nun auch fünf Betten in dem Hostel und über die Sprachschule noch fünf Betten in einer Gastfamilie. Ich packte meine Sachen für Cuenca und ging nochmal duschen. Dann kam Sandra, unsere neue Mitbewohnerin, an, die vorher schon in Costa Rica gewesen war.

Zum Abendessen bemalte ich selbst ein „guagua“, ein Brotbaby, das man hier traditionell zu Allerseelen isst. Sophie ging es leider echt schlecht und sie wurde krank und konnte leider nicht mit nach Cuenca fahren.

Mein Guagua

Um halb zehn nahmen wir unser Gepäck und machten uns draußen auf die Suche nach einem Taxi. Nach langem Suchen fanden wir endlich ein Taxi das nicht übertrieben teuer war.

Um zehn Uhr stiegen wir zu acht in den Bus nach Cuenca. Claudia und Maria waren schon mit einem anderen Bus gefahren, da es in unserem Bus keine zehn Plätze mehr gegeben hatte. Ich saß alleine neben einem Ecuadorianer und stöpselte mir meine Musik hinein. Im Bus wurde Twilight als Raubkopie in Spanisch abgespielt und ich schlief ein. 

 

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